Review

Wer denkt nicht sofort an 'Deliverance' (DT: Beim Sterben ist jeder der Erste), wenn er von Abenteurern, Kanutour und Überlebenskampf hört. Dieser Urfilm des Survivalthrillers darf für 'Apex' freilich keine Referenz sein, ist John Boormans Film von 1972 doch ein Meilenstein des Genres und zusammen mit Walter Hills 'Die letzten Amerikaner' der einzig absolute Film des Genres ('Graf Zaroff' von 1932 mal außen vor gelassen). 

'Apex' erfindet den Überlebenshorror natürlich nicht neu, frischt ihn im Outback der australischen Wildnis aber ein wenig auf und stellt Abenteurerin Charlize Theron den psychopathischen Widerling Taron Eggerton gegenüber. Was folgt ist ein ebenso rasanter wie irrwitziger Überlebenskampf im unwegsamen Gelände des australischen Urwalds. Dabei geht es flott und teilweise sogar unvorhersehbar zu. Die Action ist authentisch, die Aufnahmen sind realistisch, der Film dadurch extrem nah am Publikum. Hier macht er vieles besser als die meisten Konkurrenten. Irgendwann nimmt der Film aber nicht nur inhaltlich groteske Züge an, er eskaliert regelrecht in einem unerklärlichen Finale um der Fortführung der adrenalingeladenen und wendungsreichen Geschichte bis zum Schluss gerecht zu werden.

Sieht man über diesen erzählerischen Stolperstein hinweg, hat man einen fiesen kleinen Survivalthriller vor sich, der kaum Zeit zum durchatmen lässt. Dass die spannendsten Momente ausgerechnet in der Eröffnung und dem Schlussakkord des Films liegen, ist dem auf abstrakte Weise nur differenziert diabolischen Charakter des Bösewichts und dem routinierten Katz und Maus-Spiel zwischendurch geschuldet. Hier zeigt sich die Tiefe zu wenig durchdringend und nachhaltig um absolut begeistern zu können. 

Fazit: Bissiger, rasant erzählte Survivalthriller mit kurzen Schockmomenten und einigen Ecken und Kanten. 

Details
Ähnliche Filme