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Michele (Raquel Welch) ist eine erfolgreiche Go-Go-Tänzerin im Nachtclub „Pussycat a-go-go“ in Las Vegas und da die Hauptattraktion. Als sie eines Tages mit einer anderen Tänzerin am Pool etwas trinken geht, wird die Dritte im Bunde, die später dazukommt, von ihrem Ex-Mann Alan abgefangen. Er will sie wieder zurück nach der Scheidung und bedroht sie. Sie geht zu den anderen, doch er verfolgt sie und erschießt sie. Danach macht er sich auf die Jagd nach den beiden anderen. Michele flieht nach Los Angeles, wo sie in einem anderen Club namens „The Losers“ als Tänzerin beginnt. Zudem verliebt sich in Joe, der auch da arbeitet. Aber Alan geht über Leichen, um Michele zu töten…

Ja, ein echtes Meisterwerk. Nicht wirklich – gesunder „camper“ Unsinn von MGM von 1969, vom Routinier James Neilson inszeniert. „Flareup“ (so der Originaltitel) geht nie wirklich spannungsmäßig in Flammen auf (Flare-up bedeutet das), immerhin am Ende gibt es eine kleine Explosion der Aufregung. Sonst kann man sich an der hervorragender Musik von Les Baxter erfreuen, an Raquel Welchs prächtigen Äußerem und anderen Schauwerten, die dem Zeitgeist 1969 entsprachen, wie schicke Interieurs oder coole Mode. Der Film ist halbwegs unterhaltsam, allerdings gibt es manche Entwicklungen, die so hanebüchen sind, dass man sich fragt: warum? So rennt Raquel auf der Flucht vor Alan, dem Killer, in einen menschenleeren Park und rennt wir irre da herum… nur um ihm fast in die Arme zu laufen. Ich würde es ja akzeptieren als eine Szene, die einfach so etwas Spannung generiert, aber es ist so abstrus, dass man sich nur fragt: „Raquel, warum?“. Interessant fand ich am Ende auch die konservative Moral des Films – der Schein trügt, denn trotz etwas nackter Haut bei den Tänzerinnen hat man des Gefühl, dieser Film ist gar nicht in einem Jahr des sozialen Umbruchs, nämlich 1969, entstanden, sondern zehn Jahre früher.

Egal, er wollte wohl nur unterhalten, dass tat er leidlich, aber wirklich spannend oder zumindest trashig war er dann nicht. Für Raquel Welch-Fans empfehlenswert, ebenso für Fans des 60er-Zeitkolorits, der Rest wird vermutlich langsam eindämmern. Trotz des sensationellen deutschen Titels recht brav!
5/10.

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