Dem scheuen Mr. Teas, einem Vertreter für Zahnarzt-Bedarf, laufen während seines Arbeits-Alltags jede Menge hübsche Frauen über den Weg, die ihn ziemlich wuschig machen, aber anfassen is' nicht! Also flüchtet sich Mr. Teas in seine erotischen Tagträume, in denen er sich die Mädels nackt hinphantasiert. Schließlich landet er sogar auf der Couch einer hotten Psychiaterin, aber die kann ihm natürlich auch nicht helfen... Russ Meyer geht es bereits in seinem ersten "Langfilm" (sofern man einen Streifen mit gerade mal 60minütiger Laufzeit als solchen bezeichnen kann) hauptsächlich darum, die Oberweiten seiner von der Natur gut ausgestatteten Darstellerinnen ins rechte Licht zu rücken, was aber natürlich noch nicht auf eine ähnlich derbe Art und Weise geschieht, wie es in seinen 70s-Streifen der Fall sein wird... sprich: Mit den nackten Tatsachen (und deren Andeutung) wird hier noch eher verschmitzt kokettiert, als dass sie einem plakativ ins Gesicht gedrückt werden, und handfester Sex kommt erst gar nicht vor. Heutzutage ist das alles natürlich vollkommen harmlos, für sein Entstehungsjahr aber doch ziemlich gewagt, hat den Hays-Code ins Wanken gebracht und gab damit rückblickend betrachtet sogar den Startschuss für das gesamte (S)Exploitation-Genre und die Nudie-Cutie-Welle der 60er Jahre. So manchem Filmemacher (darunter auch solche "großen" Namen wie Doris Wishman und Herschell Gordon Lewis) ist angesichts des finanziellen Erfolgs des vorliegenden Nackedei-Streifens halt doch schnell ein Licht aufgegangen, dass sich mit dem preiswerten Abfilmen von blanken Titten prima Kohle scheffeln lässt. Eine gewisse filmhstorische Relevanz kann man dem Ganzen ergo nicht absprechen, auch wenn es im Grunde genommen nur ein verspäteter Stummfilm mit Musikuntermalung, Sound-Effekten und Off-Kommentar auf der Tonspur ist... wobei jener das Gezeigte nicht wirklich in einen sinnvollen Zusammenhang setzt, aber dafür doch so manche Weisheit zum Besten gibt (wie etwa "Frauen sind sehr an ihrer Unterwäsche interessiert... aber wer ist das nicht?"). Sowas wie einen richtigen Plot oder einen auch nur einen substanziellen Inhalt sollte man sich von "Der unmoralische Mr. Teas" dann auch gar nicht erst erwarten, doch die präsentierten, sexy Situationen sind allemal amüsant genug. Russ Meyers größte Stärke als Filmemacher war allerdings schon immer die Montage und auch hier sorgt der flotte Schnitt bereits dafür, dass keine Langeweile aufkommt... und dass die Mädels, die sich hier vor der Kamera tummeln, für meine Begriffe mit die attraktivsten sind, die er je vor der Linse hatte, schadet da natürlich auch nicht.
7/10