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Frankreich, 1947: Der Kommissar Roger Borniche (Alain Delon) wird auf den entflohenen Schwerverbrecher Émile Buisson (Jean-Louis Trintignant) angesetzt, der ungeschoren seinem Gewerk frönt. Schritt für Schritt rückt Borniche seinem kaltblütigen Kontrahenten auf die Pelle…

Mit ruhiger Hand und einem Sinn für inszenatorische Details bringt Jacques Deray die autobiografischen Aufzeichnungen eines Polizisten auf die Leinwand, der sich im Frankreich der Nachkriegszeit einem psychologisch ungewöhnlich herausfordernden Fall stellen musste. Bedauerlicherweise verlässt Deray sich blind darauf, dass das Faszinosum der tatsächlichen Begebenheit sich wie von selbst auf die Fiktion übertragen wird, eine Hoffnung, die sich mitnichten einlöst, denn es gelingt dem Film weder, der geschilderten Epoche interessante Beobachtungen abzugewinnen, die über sattsam bekannte Kinobilder hinausweisen würden, noch den speziellen Charakter des Verbrechers und die damit verbundene Herausforderung an den Strafverfolgungsapparat und die Gesellschaft herauszuarbeiten. Stattdessen bleibt die Geschichte leider nur eine belanglose, recht müßige Nacherzählung eines ungewöhnlichen Falles, den irgendjemand irgendwann einmal zu lösen hatte.

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