Review

Jetzt muss ich als Schweizer auch noch kurz meinen Senf zu dieser RS-Komödie geben.
Viele Schweizer haben kein Vertrauen in die Filmemacher ihres Landes, die einen seien zu schwer, die andern zu prätentiös. An jedem werden Mängel gefunden. Und nun macht sich eine Truppe junger, vitaler, unverbrauchter Menschen daran, der Schweiz einen Kassenhit zu schaffen. Toll, dachte da das halbe Land endlich bringt jemand den Mut auf, zu tun, was schon lange hätte getan werden sollen.
Auch ich ging mit diesem Gefühl ins Kino. Die Ernüchterung kam schleichend. „Achtung, Fertig, Charlie!“ ist um keinen Deut besser als irgendeine schwachsinnige amerikanische Militär- oder Teenieklamotte, wobei diese dann noch routinierter gemacht sind.
So weh das auch tut, aber dieser Film ist auf allen Ebenen abverreckt. Schon die Ausgangslage, ein junger Mann, der direkt vom Heiratsaltar weg in die Armee eingezogen wird, ist so peinlich, dass sich jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand ( ja, genau ) an den Kopf fassen sollte vor Schmerzen. Doch selbst diese hirnrissige Geschichte hätte noch in einen halbwegs unterhaltsamen Klamauk münden können, aber es kommt schlimmer. Kaum eine Szene vergeht, in der nicht ein Gag vergeben und dafür eine qualvolle Peinlichkeit serviert wird, die erst noch sehr unbeholfen daherkommt. Doch der grosse Brocken kommt am Schluss: als restlos alle verkuppelt sind (der intellektuelle Schwule, der dauergeile Rammler, der westschweizerische Pazifist, die zickige Gangsterbraut, der biedere Oberst) und zusammen in der Kirche hocken, stimmt eine GZSZ-Schauspielerin in der Kirche zu einem unsäglichen Lied an, dass zu unser aller Schande im Moment sogar vereinzelt ausserhalb der Kinos zu hören ist.
Dass gerade dieser als erster Schweizer Film seit langem wieder so richtig Erfolg hat, macht mich nur noch ratlos.

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