Also ich muss jetzt doch mal ( zumindest eine kleine ) Lanze für Immortal brechen. Sicherlich, der Film funktioniert als das was er ( wahrscheinlich ) sein will ( surreale Anti - utopie ) überhaupt nicht.....dem stehen einerseits die Naja - Story und andererseits die haarsträubensten Dialoge die man sich überhaupt nur vorstellen kann im Weg. Es wäre schön wenn ich jetzt übertreibe aber die Dialoge erinnern schwer an das, was ich noch dunkel von Big- Brother und Ingo Lenßen im Kopf hab.
Im Prinzip kann man den Großteil der zweiten Filmhälfte vergeßen, da sie einerseits in einem Hotelzimmer spielt, in dem Thomas Kretschmann ( mit tatkräftger aber unerwünschter Hilfe des wiedergekehrten Gottes Horus ) verzweifelt versucht Linda Hardy zu schwängern, andererseits einem schwer unsympathischen, computeranimierten Polizisten folgt der eine schwer langweilige Mordserie versucht aufzuklären.
Wichtigstes Merkmal der Hotelzimmerszene sind die Sonderschuldialoge die einem am Verstand der Macher des Films zweifeln lassen.
Wichtigstes Merkmal der Dedektivstory, bzw. bemühte Erklärung warum diese überhaupt vorhanden ist, ist die oben genannte Naja-Story über die Rückkehr der Götter und einen verschwörerischen Pharmakonzern.
Klingt bis jetzt als würde ich den Film mehr zerreisen als eine Lanze für ihn zu brechen ? O.k., dann kommt jetzt das Positive: Die Geschichte um eine zukünftige Welt in der Menschen, Halbmutanten und Vollmutanten mit und gegeneinander leben, der Gott Horus mit einer " Schlüsselmutantin " versucht ein Kind zu zeugen um seine Unsterblichkeit zu sichern, der tiefgefrorene und von Horus wiederaufgetaute Staatsfeind Nikopol ( warum haben eigentlich alle Staatsfeinde osteuropäisch angehauchte Namen ?.... O.k. ich kann's mir denken. ) den er als Befruchter braucht und schließlich der alles beherrschende Pharmakonzern ist zwar eigentlich grausamst lahm, unkreativ und oberflächlich inszeniert, aber man könnte sie mit viel Wohlwollen auch als verdammt interressant bezeichnen. Ich tu das mal.....bei mir war das Wohlwollen vorhanden....ich hab seeeeehr lange auf den Film gewartet.
Maßgeblich zu diesem " interessant " tragen eben auch die Computereffekte bei, die eigentlich nicht wirklich gut sind ( aber bewußt so gemacht wurden ) sondern eher eigenartig und es doch schaffen eine relativ seltsame Atmo aufzubauen.
Sämtliche computeranimierten Menschen oder Wesen erkennt man sofort, da sie schlicht und einfach künstlich aussehen..... Aber eigentlich sieht alles künstlich aus !....Folglich fragt man sich das ein oder andere Mal doch, was man da gerade sieht und kommt mit sich selbst überein, dass das doch irgendwie nicht schlecht ist...auch wenn es nach einer Ingame- Zwischensequenz eines Compuerspiels aussieht.
Zwei Edeljoker zum Schluss :
Die deutsche DVD !!!! Digipack, Pappschuber, Hologrammcoverkarte, Booklet, 180. min Bonus-DVD, Schnäpplepreis.
Ein fies - cooler Schlußgag, der einen mit einem Gefühl des " Hey, eigentlich war der Film Müll, aber irgendwie, also ganz ehrlich, der Schluß und die eine Assistentin usw., usw., usw......"
Alles in allem : Man kann sich nicht groß beschweren.