Review

Der ägyptische Gott Horus soll in naher Zukunft sterblich werden, versucht seinem Schicksal aber zu entgehen, indem er mit einer Mutantin, gespielt von Linda Hardy, ein Kind zeugt, wofür er jedoch einen menschlichen Wirt, gespielt von Thomas Kretschmann, benötigt.

Visuell gelungene Filme haben oftmals das Problem, dass die Story eher dünn ist, damit hatte schon "Blade Runner" zu kämpfen und noch heute gibt es optische Meisterwerke wie zuletzt "Speed Racer" oder "Transformers", bei denen die Story dann doch sehr minimalistisch ausfällt. Das Problem ist hier jedoch nicht, das die Story nicht umfangreich genug ist, um die Handlung zu füllen, sie ist einfach so unglaublich dämlich, dass man im Prinzip am laufenden Band den Kopf schütteln muss. Schon die bloße Inhaltsangabe zeigt, dass man nicht sonderlich viel erwarten kann, dass weder die aufgeführte Zukunftsutopie, noch die Charakterkonstruktion auch nur einen Ansatz von Tiefe haben dürften und, dass die Handlung auch nicht unbedingt durch ein komplexes Konstrukt, noch durch unvorhersehbare Wendungen würde positiv überraschen können. Dies war ja sowieso schon klar, aber das hier ist beim besten Willen zu viel. Jede einzelne Wendung führt unweigerlich dazu, dass bei jedem Zuschauer irgendwann der Punkt kommen muss, an dem er den Film nicht mehr für voll nehmen kann und, da die hundsmiserablen, ungewollt amüsanten Dialoge ihr Übriges getan haben, war dieser Punkt bei mir sehr früh erreicht. Statt einfach eine halbwegs solide 0815-Handlung zu schustern, die als Vehikel für die Optik ausgereicht hätte, musste man ja unbedingt ein dermaßen lächerliches Drehbuch abliefern, das den Film bereits vorm Dreh scheitern lies.

Regie führte Enki Bilal, der eigentlich als Comiczeichner und Illustrator bekannt geworden war und für das katastrophale Drehbuch mitverantwortlich ist, leistet aber inszenatorisch ganz gute Arbeit, die die Drehbuchschwächen aber auch nicht mehr überdecken kann. Optisch ist "Immortal" relativ ansehnlich geworden, die düstere Zukunftsvision wirkt so sehr befremdlich, die, im Ansatz düstere Atmosphäre kann aber nicht weiter genutzt werden, da die schwache Handlung narrativ nicht gut genug verpackt ist, um auch nur im Ansatz Spannung oder Dramatik zu erzeugen. So bringen auch die düsteren Kulissen und die animierte Welt nichts mehr, die er kreiert. Zudem wirkt die Maske beinahe lachhaft und auch der Score vermag es nicht, auch nur einmal einen Hauch von Spannung zu erzeugen. Zudem zeigt die Optik irgendwann Verschleißerscheinungen und füllt den Film damit auch nicht voll aus, was unterm Strich bleibt ist ein beinahe trashig schlechtes optisches Experiment, um das man besser einen weiten Bogen macht.

Da die Charaktere nicht flacher konstruiert sein könnten und das Hauptaugenmerk auf den düsteren Bildern liegt, haben die Darsteller eigentlich enorm leichtes Spiel, liefern aber dennoch unzureichende Leistungen ab. Thomas Kretschmann, der in "Der Pianist", "Stalingrad" und "U-571" durchaus zeigte, dass er zu den besten deutschen Darstellern gehört, zeigt sich sichtlich gelangweilt und unterfordert, gibt sich zu keinem Zeitpunkt Mühe, auch nur im Ansatz intensiv zu spielen, aber angesichts der Dialoge, die die Darsteller bringen müssen, ist es verständlich, dass wohl keiner von ihnen Spaß am Film hatte. Dasselbe gilt für Linda Hardy, die wohl mit aller Macht mysteriös und undurchsichtig wirken will, aber eher apathisch wirkt und beim besten Willen nicht ernst genommen werden kann. Zudem frage ich mich, wie man die ehemalige Miss Frankreich, Miss Universe und Miss World verpflichten konnte, um sie dann mit einer dermaßen dämlichen Maske auszustatten, aber bei diesem Schrottfilm wundert einen gar nichts mehr.

Fazit:
Die Handlung ist so dämlich, dass man nur den Kopf schütteln kann, die Maske und die Dialoge sind beinahe trashig und zu allem Überfluss enttäuschen auch die Darsteller. Diese gewaltigen Fehler lassen sich auch durch eine gelungene Optik nicht mehr kompensieren, zumal diese im Laufe des Films irgendwann Verschleißerscheinungen bekommt. Damit unterhält der Film zu keinem Zeitpunkt und ist die schlechteste Zukunftsutopie seit Jahren.

20%

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