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Das amerikanische U-Boot U.S.S. Swordfish wird von dem deutschen U-Boot U-429 getroffen und versenkt. Der Bootsmann, gespielt von William H. Macy, und ein Teil seiner Besatzung verlassen das sinkende Schiff schnell genug und werden als Kriegsgefangene vom deutschen Kapitän, gespielt von Til Schweiger, auf der U-429 aufgenommen. Als ein großer Teil der amerikanischen Soldaten dann jedoch an Tuberkulose erkrankt, sind die Amerikaner und die Deutschen gezwungen zusammenzuarbeiten, um zu überleben.

U-Boote haben als Schauplatz und Kulisse prinzipiell ihre Vorteile bei der Erzeugung einer klaustrophobischen Atmosphäre, da es aus ihnen kein entkommen gibt und der Tod in den tiefen des Meeres eine der größten Urängste ist, die es so gibt und Konflikte, die entstehen vor Ort gelöst werden müssen, da sich die einzelnen Personen auf dem beschränkten Raum kaum aus dem Weg gehen können. Und auch "U-Boat", der dem Genre rein gar nichts Neues hinzufügen kann und sich lediglich bei Vorbildern bedient, weiß diese Stärken durchaus auszuspielen.

Zunächst einmal sind es die gelungenen Grundideen, die "U-Boat" zu einem rundum unterhaltsamen Film machen. Da wäre zum einen die Idee, dass die deutschen und amerikanischen Soldaten, die sich eigentlich bekämpfen müssten, zur gegenseitigen Zusammenarbeit gezwungen sind und auch die Idee mit der Seuche, die einen nach dem anderen erkranken lässt und das auf einem U-Boot, auf dem die medizinische Versorgung und die Quarantäne-Möglichkeiten überaus begrenzt sind, trägt ihren Teil dazu bei, dass die Atmosphäre über weite Strecken gespannt ist. Die Annährung der amerikanischen und der deutschen Soldaten, die schließlich immer besser zusammenarbeiten, sind mitunter etwas zu naiv und teilweise etwas melodramatisch gestrickt, auch wenn die Charakterkonstruktion, insbesondere die der beiden Kapitäne durchaus im soliden Bereich liegt. Außerdem ist die Dramaturgie des Films trotz dieser kleineren Naivitäten schlüssig und effektiv genug, um die Spannung weiter voranzutreiben.

Regisseur Tony Giglio, der mit "U-Boat" seinen ersten größeren Film inszenierte, leistet solide Arbeit. Die Handlung treibt er relativ schnell voran und sichert durchgehende Unterhaltung. Auch ohne einen sonderlich auffälligen Score baut er eine gespannte Atmosphäre auf, wobei er vor allem von den guten Darstellern unterstützt wird. Das Finale ist enorm spannend in Szene gesetzt, auch wenn die Action-Szenen nicht so spektakulär sind, wie man es bereits von anderen Filmen des Genres zu sehen bekam, da Giglio hier zeigt, dass er nicht sonderlich viel Erfahrung sammeln konnte und diese mitunter etwas unbeholfen inszeniert.

Til Schweiger, der nach "Driven" und "Lara Croft: Tomb Rider - Die Wiege des Lebens" mit "U-Boat" in einer weiteren amerikanischen Produktion zu sehen ist, spielt den sympathischen Kapitän, der stark auf das Wohl seiner Männer bedacht ist, ziemlich gut, auch wenn er nicht ganz die Präsenz des enorm starken Thomas Kretschmanns hat, der hier erneut unter Beweis stellt, dass er zu den besten deutschen Darstellern gehört und in seiner anfangs sehr kantigen Rolle hervorragend aufgehoben ist. Ebenfalls sehr präsent ist der gewohnt starke William H. Macy, wobei der restliche Cast ebenfalls zu überzeugen weiß.

Fazit:
"U-Boat" erfindet das Genre nicht neu, ist aber mit der meist gespannten Atmosphäre, den guten Darstellern und seiner einfallsreichen Grundidee ein rundum unterhaltsames Thriller-Drama und das trotz der mitunter etwas naiven Handlung und den, etwas unbeholfen inszenierten Action-Szenen.

68% 

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