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Obwohl der Titel suggeriert, daß es sich bei Return of the Ape Man um ein Sequel zu William Beaudines The Ape Man (1943) handelt, ist die Realität eine andere. Tatsächlich gibt es hier nicht einmal einen Affenmenschen, sondern bloß einen Neandertaler, den die beiden Wissenschaftler Professor Dexter (Bela Lugosi) und Professor Gilmore (John Carradine) im arktischen Eis finden und in ihr geheimes Labor verfrachten. Dexter und Gilmore forschen nämlich auf dem Gebiet der Kryokonservierung, und vor allem Dexter, die treibende Kraft, ist davon überzeugt, daß es möglich ist, Menschen einzufrieren und viele Jahre später wieder aufzutauen, auf daß sie weiterleben können, als wäre nichts geschehen. Ein erstes Experiment mit Willie the Weasel (Ernie Adams), einem Obdachlosen, verlief bereits vielversprechend; das unfreiwillige Versuchskaninchen ist wohlauf und kann sich an nichts erinnern. Insofern kommt ihnen der tiefgekühlte Neandertaler gerade recht. Leider erweist sich der unzivilisierte Bursche als höchst aggressiv, weshalb Dexter eine Gehirntransplantation plant. Seine erste Wahl für dieses Unterfangen ist Steve (Tod Andrews), der Verlobte von Gilmores Nichte Anne (Teala Loring). Gilmore kann diese Untat zwar gerade noch verhindern, doch damit bringt er Dexter nur auf eine andere Idee, und die Folgen sind fatal.

Phil Rosens Return of the Ape Man ist mehr oder weniger gelungener Mad Scientist-Schund von der Art, auf die sich Bela Lugosi (Dracula) in den 1940er-Jahren gezwungenermaßen spezialisiert hatte. Mangels alternativer Angebote fristete er sein filmisches Dasein als Star zahlreicher Billigproduktionen, die von versierten Regisseuren auf die Schnelle heruntergekurbelt wurden. Über diese Werke kann man sagen was man will, aber zumindest Lugosi ist über jeden Zweifel erhaben, lieferte er doch ein ums andere Mal bravourös ab, egal wie bescheuert der Plot oder wie unwürdig seine Figur war. Und auch in Return of the Ape Man gibt Lugosi alles, zelebriert seine Verrückter-Wissenschaftler-Rolle mit boshaftem Charme und diabolischer Freude, daß es eine Wonne ist, ihm dabei zuzuschauen. Und er drischt Phrasen, als gäbe es kein Morgen. Beispiele gefällig? Sehr gerne. So meint er: "For a scientist, nothing is impossible!" Und weiter: "A true scientist is married to his profession!" Oder: "Murder is an ugly word. As a scientist I don't recognize it." Auch hübsch: "Some people's brains would never be missed." Ja, sein Dexter ist ein so entzückendes Kerlchen, man liebt es einfach, ihn zu hassen. Mit Lugosi kann niemand hier mithalten, nicht einmal John Carradine (Shock Waves), obwohl auch er eine durchaus akzeptable Leistung abliefert.

Sowohl in den Credits als auch auf den Postern wird behauptet, daß der Neandertaler (= the Ape Man) von George Zucco (Voodoo Man) gespielt wird. Das war auch so geplant, doch leider - wie es von offizieller Seite heißt - erkrankte der Schauspieler vor Drehstart und wurde deshalb notgedrungen durch Frank Moran ersetzt. Aufgrund des Vertrages blieb es bei Nennung seines Namens, obwohl er nur wenige Sekunden im Film zu sehen ist. Moran macht einen passablen Job als Neandertaler, der am Ende sogar eine hübsche Frau entführen und sinnlos durch die Gegend tragen darf. Die Schöne und das Biest, Klischee komm raus, du bist umzingelt. Daß es sich bei Return of the Ape Man um eine absolute Billigproduktion handelt, sieht man schon zu Beginn am coolen Set, das dem Publikum - in Kombination mit Stock Footage - vorgaukeln soll, es sähe hier Ausgrabungsarbeiten in der Arktis. Sehr nett ist auch die Idee, die hanebüchene Handlung mittels Zeitungsartikel voranzutreiben, schließlich ist Zeit Geld, und beides ist knapp. Nach einer Stunde ist der haarige Spuk auch schon wieder vorbei, und ja, auch dieser Abstecher in eine andere Zeit war unterhaltsam, charmant und kurzweilig. Und wenn es auch nichts zum Fürchten gab, so gab es doch - man denke etwa an den klavierspielenden Neandertaler - einiges zum Lachen.

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