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Sylvester Stallone spielt (wie sollte es auch anders sein) einen knallharten Polizisten, der erfolgreich, aufgrund seiner brutalen Methoden aber auch umstritten ist. Sein neuster Auftrag ist es, ein Model, gespielt von Brigitte Nielsen, vor einem Serien-Killer zu schützen, da es sich bei ihr um eine wichtige Zeugin handelt. Der Auftrag entpuppt sich schließlich als schwieriger als gedacht, da der mysteriöse Killer eine ganze Sekte im Rücken hat, deren Mitglieder auch bei der Polizei zu finden sind.

Sylvester Stallone war cool, er war knallhart, praktisch unbesiegbar, mit ein- und denselben Darstellungen in praktisch deckungsgleichen Charakteren rund ein Jahrzehnt lang erfolgreich und so ist er auch in "Die City-Cobra" zu sehen, nachdem er sich unmittelbar zuvor bereits in "Rambo 2" und "Rocky 4" austoben durfte.

Sieht man aber genauer hin, erkennt man einen sichtlich gelangweilten Stallone, der selbst in den Action-Szenen nicht einmal im Ansatz eine gewisse Spielfreude ausstrahlt und lediglich durch sein lang erarbeitetes Charisma eines Action-Helden noch die Berechtigung hat, diese Rolle spielen zu dürfen, die er mit einer hölzernen Vorstellung auf die Leinwand bringt. Und im Grunde kann man es ihm nicht einmal verübeln, denn schauspielerisch gefordert ist er in seiner durch und durch stereotypen, schablonenhaften Figur im Grunde überhaupt nicht. Der Charakter des brutalen, aber erfolgreichen, kernigen, aber doch sympathischen Cops, der sich, wie sollte es auch anders sein, in das Model verliebt, das er eigentlich beschützen sollte, ist derart austauschbar, wie der gesamte Film, der derart konsequent in den altbekannten Handlungsbahnen des Genres verweilt, dass man das Geschehen bereits nach Minuten gänzlich durchkalkulieren kann.

Damit nimmt sich dieser, eher unauffällige, stereotype und vollkommen belanglose Actionfilm, dem es kaum gelingt in der Masse der 80er-Jahre-Actionfilme irgendwie herauszustechen und nicht mehr als ein seelenloses Fließbandprodukt ist, das schnell gesehen und ebenso schnell wieder vergessen ist, weswegen es seinen Quasi-Kultfilm-Status auch vollkommen zu Unrecht erreicht hat, letzten Endes auch die Chance, über das Mittelmaß hinauszukommen, aber unterhaltsam ist das Geschehen dennoch, wenn auch mit kleineren Abstrichen.

So hat die enorm kurze Laufzeit zwar den Vorteil, dass der Film trotz der Kalkulierbarkeit keine Längen aufweist, aber auch den Nachteil, dass "Die City-Cobra" noch stärker den Eindruck erweckt, dass es sich um ein lieblos und ideenlos dahingedrehtes Fließbandprodukt handelt, während handwerklich ansonsten eigentlich nicht sonderlich viel zu beanstanden ist. So sind die Action-Szenen in Anbetracht ihres Alters nach wie vor überzeugend und sind auch nicht so brutal, dass die Indizierung wirklich nötig gewesen wäre. Darüber hinaus ist auch der Soundtrack, bestehend aus stimmig gewählten Songs der Zeit gelungen gewählt und zumindest temporär gelingen mal eine gespannte Atmosphäre und damit ein gewisser Spannungsaufbau, der den Film ins Mittelmaß rettet.

Wäre noch zu erwähnen, dass Brigitte Nielsen definitiv optisch einiges her macht, aber ebenso gelangweilt und holprig wie Stallone daherkommt.

Fazit:
Ein durch und durch mittelmäßiges Produkt der 80er mit stereotyper Story, mäßigen Schauspielleistungen und ein paar gelungenen Action-Szenen, das aufgrund seines schnellen Tempos durchaus zu unterhalten vermag, aber im Endeffekt vollkommen unscheinbar in der Masse aus Genrefilmen untergeht.

50%

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