Review

"Frankenhooker" gilt schon fast als Kult in der Trashszene, meiner Ansicht nach ist er gnadenlos überschätzt. Regisseur und Drehbuchautor Frank Henenlotter war schon für "Elmer" verantwortlich, seine bekannteste und auch beliebteste Arbeit dürfte die "Basket Case-Trilogie" sein. Warum sich James Glickenhaus dieser Amateurproduktion annahm, bleibt für mich fraglich.

Jeffrey Franken (James Lorinz) ist Elektriker, interessiert sich aber sehr für die Chirurgie. Bei einer Geburtstagsparty kommt seine Freundin Elizabeth (Patty Mullen) durch einen Unfall ums Leben. Nur ihren Kopf kann Jeffrey retten und er beschließt Elizabeth wieder zusammenzubauen. Dazu benötigt er Körperteile und inszeniert eine Party mit einigen Prostituierten. Diese endet in einem Disaster, doch Jeffrey hat, was er will. Es gelingt ihm Elizabeth aus verschiedenen Körperteilen zusammenzusetzen und wiederzubeleben. Doch Elizabeth ist nicht mehr die Selbe. Sie entkommt aus Jeffreys Hobbylabor und geht auf dem Strich anschaffen. Dabei hinterlässt sie einige Leichen.

Auf so eine skurrile Idee muss man auch erstmal kommen, jedoch lässt die Umsetzung stark zu wünschen übrig. Das fängt bei den schlechten Darstellern an. James Lorinz kommt dabei noch recht gut weg und auch Patty Mullen macht ihre Sache gut. Besonders gefällt ihre Performance als mordende Prostituierte. Aber die restlichen Darsteller sind unter aller Kanone. Vor allem der Zuhälter Zorro, verkörpert von Joseph Gonzalez.

"Frankenhooker" fängt noch recht witzig an, da bastelt Jeffrey an einem Gehirn, in welches er ein Auge eingesetzt hat. Kurz darauf wird Elizabeth vom Rasenmäher überollt. Richtig trauern ist für Jeffrey nicht drin, denn ihm kommt der Plan, Elizabeth mit Hilfe von verschiedenen Körperteilen und Elektrizität wieder zum Leben zu erwecken. Dabei lernen wir seine depressive Mutter kennen und eine ungewöhnliche Weise des Entspannens. Jeffrey nimmt sich einen Bohrer und bohrt sich in den Schädel. Es ist überdeutlich zu sehen, dass Jeffrey hinter seinem Kopf vorbeibohrt. Und überhaupt sind die Effekte größtenteils unbrauchbar. Für die vielen Körperteile hat man einige Schaufensterpuppen bearbeitet, genauso für die Explosionen der Prostituierten. Jeffrey ist nicht nur Elektriker und Chirurg, sondern es gelingt ihm auch aus normalem Crack eine Superdroge zu machen. Das Zeug haut wirklich rein, im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Opfer explodiert nach kürzester Zeit.

Wer hier jetzt auf einige Splattereffekte hofft, wird in keinster Weise bedient. "Frankenhooker" ist fast komplett unblutig. Auch wenn mal Köpfe umherfliegen, so sieht man immer deutlichst, dass es sich nur um eine Puppe handelt. Nur im Finale gibt es einige gelungene Monstereffekte. Doch ansonsten ist dieser Film von der billigsten Sorte, allein die Lichtblitze, welche aus dem Körper schießen bevor er explodiert, spiegeln das wieder.
Viel schlimmer noch die Dialoge. Im O-Ton ist das Ganze noch erträglich, aber die deutsche Synchro ist eine Katastrophe. Trotzdem bleiben die Konversationen auch im Originalton unterste Schublade.

Immerhin macht Henenlotter Tempo und hält seine dritte Regiearbeit mit 80 Minuten recht kurz. Ganz nett geworden ist Jeffreys Hobbylabor in seiner Garage. Dort stapeln sich bald die Körperteile, die er in einer Kühltruhe konserviert. Ansonsten könnten die Kulissen ruhig etwas gruselig angehaucht sein, Spannung will in keiner Szene aufkommen. Ein paar gelungene Gags hat "Frankenhooker" dann doch zu bieten, zum Beispiel wenn Jeffrey bei den Prostituierten Maß nimmt, oder später wenn er sich zwischen verschiedenen Körperteilen entscheiden muss.

Die Grundidee ist ganz klar von "Re-Animator" geklaut, nur noch eine ganze Spur kränker. Das Geschehen unterhält größtenteils, jedoch überzeugen die Darsteller nur geringfügig und die Effekte lassen stark zu wünschen übrig. Ich konnte mich nicht damit anfreunden. Und wer hier auf eine Splatterorgie hofft, sollte gewarnt sein.

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