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MICHELE LUPO ist vielen sicherlich als Regisseur von fünf! BUD SPENCER Filmen, u.a. SIE NANNTEN IHN MÜCKE [Lo chiamavano Bulldozer] (1978) und DER GROßE MIT SEINEM AUßERIRDISCHEN KLEINEN [Uno Sceriffo extraterrestre - poco extra e molto terrestre] (1979), und seinen großartigen Italo-Western mit GIULIANO GEMMA, HALLELUJA COMPANEROS [Arizona Colt](1966), BEN UND CHARLIE [Amico, stammi lontano almeno un palmo] (1972) sowie DER MANN AUS VIRGINIA [California] (1977), bekannt. Doch auch abseits dieser Werke gibt es von dem Herren noch vieles zu entdecken. 


LA PISTOLA [Dio, sei proprio un padreterno!] aus dem Jahre 1973 bietet in französischer Co-Produktion eine krude Mischung aus ernstem Gangster-Film und komödiantischem Beiwerk. Doch gerade diese ungewöhnliche Mischung macht den Film erst so besonders. 

Was die Besetzung angeht wurde hier keine Mühe gescheut: LEE VAN CLEEF [ZWEI GLORREICHE HALUNKEN, SABATA] spielt den Titelgebenden Gangster-Boss Frankie Dio(mede). An seiner Seite, für den komödiantischen Part zuständig (wenn auch nur bedingt lustig), spielt TONY LO BIANCO [FRENCH CONNECTION, THE SEVEN-UPS] der sonst keine weiteren Spuren im italienischen Genre-Kino hinterlassen hat, aber bis heute in vielen amerikanischen TV-Serien kleinere Rollen übernimmt. Als Gegenspieler von Dio sehen wir JEAN ROCHEFORT [DER GROßE BLONDE MIT DEM SCHARZEN SCHUH] in der Rolle des Annunziata. EDWIGE FENECH [DER KILLER VON WIEN] und JESS HAHN [DREI VATERUNSER FÜR VIER HALUNKEN] sowie FAUSTO TOZZI [EINE HANDVOLL BLANKER MESSER] erweitern das ausgezeichnete Ensemble. Ein zusätzliches Highlight sind die vielen kleinen Nebenrollen die mit bekannten Stuntleuten und anderen sehr markanten Typen, wie bei MICHELE LUPO üblich, besetzt sind. Zu sehen gibt es u.a. NELLO PAZZAFINI, CLAUDIO UNDARI, CLAUDIO RUFFINI, GIOVANNI CIANFRIGLIA, und und und… 

Kurz zur Story: Durch die Exekution fast aller seiner Männer sieht sich Gangster-Boss Dio (LEE VAN CLEEF) genötigt Bella Italia einen Besuch abzustatten. Schnell beginnt sein Rachefeldzug, wird aber ebenso schnell durch ein paar unglückliche Zufälle mit einem Knastaufenthalt von je her beendet. Der kleinkriminelle Fanboy von Dio, Tony Breda (TONY LO BIANCO], schafft es mit List und Tücke immer wieder zu helfen und es entsteht eine Art Partnerschaft zwischen den beiden… 

Es ist schon ulkig wenn Dio aus Amerika eintrifft und wie ein umjubelter Hollywood-Star gefeiert wird, von dem Tony bspw. sogar ein Plakat in der Wohnung hängen hat und wenigen Minuten zuvor Claudio Undari mit einer Bohrmaschine einige von Dios Leuten brutal und gialloesk ins Jenseits befördert. Wegen solcher Szenen war der Film auch erst ab 18 Jahren im Kino zu sehen. Wie in vielen anderen Genre-Vertretern geht es hauptsächlich um die Entwicklung der beiden Protagonisten und deren Beziehung zueinander. Während Dio immer mehr in die Rolle der Vaterfigur und des Lehrers schlüpft, entwickelt sich Tony vom „Schein“-Ganoven zu einem durchaus ambitionierten kriminellen Kumpanen. EDWIGE FENECH mimt Tonys frustrierte Freundin Orchidea, hat in der von mir gesehenen Fassung aber wenig Screen Time und spielt keine außerordentliche Rolle. STEFFEN ZACHARIAS ist als unfähiger Anwalt ebenso passend wie filmischen Wechsel zwischen Grausamkeiten und Humor oder die Knastszenen mit Kloppe für Nello und Co. 

Insgesamt also ein weiteres wundervolles Werk aus der umfangreichen Filmografie von MICHELE LUPO. Muss wie so vieles dringend das digitale Zeitalter erreichen. 

Leider habe ich bei youtube keine Kostprobe des schönen Soundtracks von Riz Ortolani gefunden.

Einen kleinen Filmausschnitt gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=ATvDPvJWyEI

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