Hätte man doch nur die Serie fortgesetzt anstatt Filme zu machen. Denn natürlich passen die komplexen Geschichten, die die Serie auszeichneten, nicht in die kurze Laufzeit eines Filmes. Auch die klugen gesellschaftspolitischen Anspielungen finden keinen Platz mehr und so verwundert es kaum, dass sich viele Jack Ryan Fans vor den Kopf gestoßen fühlten. Allerdings den Film dann so herabzuwürdigen, ist auch nicht ganz richtig, denn handwerklich war das schon Oberliga.
Die Handlung ist etwas verworren, lichtet sich dann durch viele Erklärungen zu Beginn des zweiten Drittels, bleibt aber danach zu substanzlos um zu überzeugen. James Greer ist mittlerweile Deouty Director der CIA und bittet seinen alten Freund Jack Ryan, eine geschäftliche Reise nach Dubai damit zu verbinden, einen Kontaktmann zu treffen und ein Paket an sich zu nehmen. Dieser Spion hatte vor Ort einen Datendiebstahl organisiert, der aber gründlich schiefgegangen war, abgebrochen werden musste und ein paar Agenten das Leben gekostet hat. Mike November gesellt sich freischaffend dazu und ab gehts nach Dubai. Dort scheitert die Übergabe, der Kontaktmann wird umgelegt, aber eine MI6-Agentin schaltet sich ein und rettet Ryan und November das Leben. Die Reise geht weiter nach London, wo Greer den Beteiligten erklärt, er habe vor vielen Jahren eine geheime Agenten-Einheit ausserhalb des Systems gegründet und eigentlich auch wieder aufgelöst. Nun aber sei sein alter Mitstreiter Liam Crown dabei, das alte Netzwerk wieder zu reaktivieren und Bombenanschläge durchzuführen, wenn die Beweise nicht wieder zu ihm zurückgelangten. Bei einem solchen Anschlag fliegt dann auch gleich der Wagen der CIA-Direktorin mit ihr drin in die Luft, Ryan sieht keine andere Möglichkeit, als die ursprüngliche Mission wiederaufzunehmen und die Daten in Dubai zu stehlen.
Wie in der Serie auch, gibt es so einige Ballereien, dazu noch besagte Explosion und eine Autoverfolgungsjagd durch London. Das Finale steigt wie der Anfang in einer Wolkenkratzer-Bauruine, da hätte es ein paar mehr Schauwerte geben dürfen. Gefilmt ist das mehr als ordentlich, handwerklich gibt es wenig auszusetzen, für ein Kinorelease hätte es aber mehr Stunts oder atemberaubendere Actionsequenzen benötigt. Deshalb kann man mit der Mission Impossible-Reihe überhaupt nicht mithalten, auch wenn es ein paar Gemeinsamkeiten gibt. Spannung gibts zuhauf, die Chemie zwischen den Schauspielern passt, Mike November verkommt leider etwas zur klischeehaften Witzfigur ohne Tiefe. Sollte das der Start einer ganzen Filmreihe werden, würde ich mich freuen, aber die Serie war schon einen Tick besser.