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Tim Burton. Dieser Name steht einfach für Qualität. Er hat sich in den letzten Jahren zu einem meiner unangefochtenen Lieblingsregisseure gemausert, zu einem, dem ich ohne mit der Wimper zu zucken auch solch einen Fehlgriff wie das eher missglückte „Planet der Affen“-Remake verzeihen konnte. Denn er überzeugte seitdem dadurch, dass er sich auf seine alten Stärken besann und ausschließlich hervorragende Filme machte. Und darauf kann man als Kinogänger vertrauen: steht „Tim Burton“ auf dem Plakat, lohnt sich der Besuch. Eben solch ein lohnenswerter Film ist auch „Big Fish“, ein wundervolles Erwachsenen-Märchen über das Leben, die Liebe, Zauberei, Legenden… ja, wie der deutsche Untertitel es ausnahmsweise einmal treffend schildert: über den „Zauber, der ein Leben zur Legende macht“.

Edward Bloom hatte ein erfülltes Leben. Das hat er Zeit seines Lebens all seinen Freunden und Bekannten dadurch gezeigt, dass er immer wieder gerne Anekdoten aus seinem Leben zum Besten gegeben hat: er traf einen Riesen, rettete eine ganze Stadt und war mit einem Wanderzirkus unterwegs. Fast alle seine Verwandten und Freunde lieben Eds Geschichten. Bis auf einen: Seinen Sohn Will, der jetzt, wo sein Vater im Sterben liegt, herausfinden will, was von den Geschichten seines Vaters Wahrheit und was Fiktion war.

Und schon tauchen wir ein in das ereignisreiche Leben des jungen Edward Bloom (Ewan McGregor), in eine Welt, die Tim Burton so wundervoll komponiert hat, so wundervoll, dass man am liebsten sein gesamtes Leben in dieser Welt verbringen würde, dass man am liebsten sein Leben mit Edward Bloom tauschen würde. Jede einzelne Sekunde dieses Filmes ist ein optischer Hochgenuss, der nur noch durch die (wieder einmal) hervorragende musikalische Untermalung von Danny Elfman verstärkt werden kann.

Die Charaktere – wunderbar durch das hervorragende Drehbuch in Szene gesetzt – werden allesamt durch einen überdurchschnittlich guten Cast dargestellt. Es macht nicht nur wahnsinnigen Spaß, Ewan McGregor bei der Interpretation des jungen Edward Bloom zuzuschauen, auch Alison Lohman als Sandra Bloom und natürlich Steve Buscemi und Danny DeVito in ihren Nebenrollen bereiten hier Freude.

Mit „Big Fish“ hat Tim Burton wieder einen ganz großen Fang gemacht. Er bereitet seinen Zuschauern ungefilterten Spaß, bringt dem Publikum ein gehöriges Stück an Lebensfreude mit diesem Film. Wer sich danach nicht mit einem Lächeln auf den Lippen zufrieden zurücklehnt und erkennt, dass er gerade ein großartiges Werk zu sehen bekommen hat, hat entweder nicht genau hingesehen oder muss ein bedauernswerter Dauernörgler sein. „Big Fish – Der Zauber, der ein Leben zur Legende macht“ ist in jedem Fall ein Film, der es immer wieder schafft, selbst in den trübsten Tag noch einen dicken Sonnenstrahl fröhlich stimmender Lebensbejahung zu bringen! Das Leben ist schön! Danke, Tim Burton! 10/10

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