Big Fish
Tim Burton ist wohl der Regisseur in Hollywood, der einem ins Gedächtnis kommt, wenn es sich um Fantasy- bwz realitätsfremde Filme handelt. Und sieht man sich seine Vita an, dann weiß der geneigte Zuschauer auch gleich warum: „Beetlejuice", „Mars Attacks" oder „Sleepy Hollow" - alle Filme haben diese phantasievolle Bildersprache, die den Zuschauer fasziniert und ihn in seinen Bann zieht.
Will Bloom hat ein Problem mit seinem Vater Ed. Dieser erzählt gerne Geschichten aus seinem Leben, allerdings sind diese dermassen unglaubwürdig, dass Will denkt, seinen Vater nicht wirklich zu kennen. Es kommt zum Bruch zwischen den beiden und seit Jahren kommunizieren sie nur über die Mutter. Vier Jahre später erhält Will die Nachricht, dass sein Vater unheilbar an Krebs erkrankt ist und bald sterben wird. Will macht sich nach Hause auf, um die Wahrheit über das Leben seines Vaters zu erfahren.
Soweit die Rahmenhandlung. Doch die eigentliche Handlung besteht aus den Geschichten, die Will Bloom in Rückblenden über sein Leben erzählt. Dem Zuschauer wird schnell klar, dass er sich in einer modernen Version der Münchhausen Geschichten befindet. Dort gibt es Hexen, die einem zeigen, wie man später stirbt, Giganten, Werwölfe etc. So kommt Ed Bloom von einem Abenteuer zufällig ins nächste, der Zuschauer fiebert fasziniert mit, bei den unglaublichen Geschichten, die ihm hier vorgesetz werden.
Technisch gesehen ist es eine Augenweide, was dem Zuschauer hier serviert wird. Das Budget von 70 Millionen Dollar sieht man dem Film in praktisch jeder Einstellung ein. Schauspielerisch werden dem Zuschauer Höchstleistungen geboten: Albert Finney als todkranker Ed Bloom ist einfach brilliant. Es scheint, als wäre ihm die Rolle des Geschichtenerzählers auf den Leib geschrieben. Ewan McGregor als junger Ed Bloom spielt ebenso grandios auf. Der übrige Cast, bestehend aus klangvollen Namen wie z. B. Jessica Lang, Danny de Vito und Steve Buscemi spielen ebenfalls solide, bleiben aber eher im Schatten der zwei.
Fazit
Tim Burton schuf mit „Big Fish" ein Märchen für die ganze Familie, dass groß und klein begeistern wird. Selbst die Härtesten der Harten werden am Ende wohl zu Tränen gerührt sein.
9,5/10