Von Huo Siuqiang inszenierter Actionthriller für iQiyi Pictures, Chris Huo mit oder kurz nach Qin Pengfei und Cheng Siyi führender Regisseur der Herkunft und dem Metier, mehrere Arbeiten mit Andy On vor allem und dort auch im Westen veröffentlicht zuweilen. Hier ohne seinen Stammdarsteller, dafür im gleichen Gewand, von gleichem Belang, mit dem Falschgeldtreiben schon begonnen, dem Frauenhandel auch, das Geld sowieso zahlreich gezählt und die Attraktionen. Eine flotte Actionsause in Thrillermilieu wird versprochen, im kriminellen Konstrukt, die Scheine wechselnd den Besitzer und die Polizei auf der Fährte, die ersten halbnackten Tatsachen und das Verbrechertum:
1999 schließt sich der pensionierte Sanda-Champion Zheng Ming [ Wu Yue ] einer Fälschergeld-Operation bei Gangsterboos Qiao Daxiang [ Bao Bei'er ] an, während er versucht, seine schwer kranke Tochter zu retten. Polizeichef Xie Jiatong [ Kevin Tan Kai ] untersucht die Quelle des gefälschten Geldes, was zu einem komplizierten Katz-und-Maus-Spiel zwischen ihm und Zheng Ming führt.
Eine Razzia am Starten, die Polizei am Eingreifen, am Durchgreifen, der Staat am Agieren, eine Flucht und Verfolgung. Ein Massenbeginn und dennoch herausstechend, die Regierung und ihr verlängerter Arm, eine Kampfszene im Engen bald gereicht. Die Bewegungen flott und agil, die Kamera ebenso, die Schnitte treibend, die Montage auf besserem Niveau. Stunts werden dargeboten, im kleinen Studio, auf dem Dachboden, die Geschichte selber später und dann ausschweifend und durchgreifend, ein Geschehen in Dongshan, eine bestimmte Person, gespielt von Wu Yue in der Zeichnung. Ein Sanda Champion einstmals, nun für die Touristen arbeitend, sich mit den Tücken auskennend und dem Verbrechertum. Die Straßen voll und trubelig, viel und bunt in der Präsentation hier, mal ein neuer Bereich das Strafgesetzbuches hier in der Handlung, eine gleiche Betrachtung allerdings. Auf drei Personen ist man mindestens angelegt und aufgestützt, es geht um Original und Fälschung, um Erschaffung und Kopie. Die Szenerie teilweise bekannt vorkommend, die Stätten und Bauten, durch Wu vor allem aufgefrischt und frisch gehalten, dazu einiges an Gutem und auch Bösen in der Haltung. Huo offensiver drehend und agierend, die Vergewaltigung einer berichterstattenden Journalistin und ihre Ausschaltung; Bao wieder als Bad Guy angelegt, mit Erinnerungen an Curbing Violence und Crush The Wicked von der hauseigenen Konkurrenz, mit Gleichnissen und Übertreibungen, mit Nuanchen und Ausdehhnungen und weiteren Übel- und Missetaten, der Krimi angefüllt, die Figuren verwaltend.
Die Regieführung eingangs auf Zwischenspiele gedrängt und gedämpft, auf erste Auffälligkeiten und weniger dem leisen Aufbau einer Dramaturgie, die Geschicke hineinplatzend und so geschehen, ein rasches Hin und Her, ein Bedrängen und ein Freikämpfen. Wu dabei als fähiger und aktiver Fighter, als alternder Recke, für den guten Zweck im Treiben, das kranke Töchterlein als Beweggrund hier. Glücksspiel wird versucht, illegal natürlich, bald sich gegen Macheten erwehrt und freigeprügelt, eine Martial Arts Einlage in Zeitlupen und mit schicker Beinarbeit. Ein leichter Einsatz von Wirework und speziellen Kameraeinstellungen zur Effektivität, zur Steigerung dessen und inhaltliches Abrutschen in das Dilemma. Um das eigene Leben wird hier geschachert und um das von anderen, immerhin eine geeignete Identifikation bereitgehalten, ein Darsteller auch oft im Kino und an und unter den Fittichen von Donnie Yen und Co., hier im exklusiven Streamingprodukt. Viel Gewalt wird verteilt, viel Schläge und Drohungen und Warnungen und Eruptionen, das Verlangen von Aufträgen und Ausführungen. Kampfszenen dabei gerne auch im Begrenzten, in einem erst stehenden und dann davon rasenden Wagen, die Bilder flüssig, von Huo eher eine Wiederholung dessen The Sixth Robber, Kollateralschäden gemacht und Erpressungen. Ein "Let's give him a shot.", eine Chancenwahrnehmung und -verteilung, für den schnöden Mammon und oftmals den gefakten auch noch seine eigene Existenz riskiert, ein Maske ab und Maske auf. So wird durch die Stadt und mehr noch ihre provinziellen Bereichen gewandert und gewatet, mit dem Taxi abgefahren und dabei auch am Revier vorbeikommend, ein beamteter Freund und Genosse als häufiger unfreiwilliger und folgerichtig erst störender und dann helfender Begleiter.
Huo filmt das dabei eher hemdsärmliger und weniger bewusst als seine Mitstreiter, weniger involvierend auch trotz oftmals gleicher Zutaten und Zeitkolorit, eher am Vorbeirauschen und zu selten als Sog und Drang und Rausch, zu selten die Kausalität offenbarend und das Abrutschen in die Aggressivität. Dabei ist die Produktion durchaus klassisch aufgestellt und besser gehalten, es ist von Wu einnehmend gespielt und agil verkörpert, es ist bunt und kräftig aufgestellt und es formuliert eine gute Einbindung von eher Period Piece - lastigen Kampfszenen in das moderne Konstrukt, in das Kingdom of Mob - Geschehen. Ein Gangsterepos im Kleinen, es wirkt zuweilen wie Wong Jing und Kevin Chu Yen-Ping, es wiederholt mittig die erste Actionszene und bebildert diese augenscheinlich und schon wirkungsvoll und hat auch im Finale einiges zu bieten.