Ein abgelegener Landsitz irgendwo im Osten Kanadas: dort leben drei Frauen, nämlich Julia (Signe Hasso), Katherine (Mary Ure) und Marguerite (Sondra Locke) in ziemlicher Abgeschiedenheit. Marguerite ist ein ziemlich wunderliches Teenager-Mädchen, das mit Puppen spricht und v.a. Pflanzen mag. Eines Tages erscheint ihr Vater Michael (Robert Shaw), den sie seit ihrer Geburt nicht gesehen hat, wieder auf. Im Schlepptau seine neue Freundin Anne (Sally Kellerman), die von Anfang an überraschend gut mit Marguerite umgehen kann. Michael will die Scheidung und seine Tochter endlich wiedersehen. Diese fühlt sich sehr zu ihm hingezogen und in dem Moment beginnen Mord und Totschlag auf dem Anwesen…
Ich bin zufällig auf diese filmische Extravaganz aus den frühen Siebzigern gestoßen. Es handelt sich um das zweite Regieprojekt des legendären Kameramanns William A. Fraker (1941, Bullitt), welches damals kein großer Erfolg beschieden war und schnell wieder in den Archiven Hollywoods verschwand. Auf DVD ist er nur in den USA als DVD-R von Columbia erschienen.
Und „extravagant“ ist der Film in vielerlei Hinsicht: er ist von geradezu erschlagender ausstatterischer Schönheit, hervorragend fotografiert (Laszlo Kovacs) und bietet genug Wendungen und Spannung, um 90 Minuten gut zu unterhalten. Allerdings schlafwandelt Robert Shaw eher durch den Film und so bleibt v. a. Sondra Locke (die Ex von Clint Eastwood) als überspanntes Mädchen mit einer eindringlichen schauspielerischen Leistung im Kopf.
Zudem hat die Story genug Abgründe (scheinbar mörderische Puppen, latenter Inzest, Morde usw.), um dann zu einem wirklich recht verstörenden Finale aufzulaufen. Und dieses Ende sorgte auch dafür, dass der Film lange in meinem Kopf umherspukte. Und im Nachhinein gibt es in dem Film tatsächlich einige kleine Anspielungen in dem Film, die auf das Ende hinweisen.
Insgesamt ein eher bizarrer, aber dennoch faszinierender Trip zur abgründigen Geschichte eines Mädchens, das wohl eher Opfer ihrer Umgebung war. Allerdings hat die Geschichte einige saftige Lücken und Unwahrscheinlichkeiten, die vermutlich jedem Logikfanatiker („Also, das war jetzt aber unrealistisch!“) die Tränen in die Augen treiben würden und die sogar mich, der da recht duldsam ist, etwas gestört haben. Nichtsdestotrotz sehenswert, und es sei es nur als spannende Kuriosität am Rande von Hollywood.