Von Jamaica in die weite Welt…31.10.2020
Worum geht es?
Schon als Jugendliche sind die beiden in Armut aufgewachsenen Kumpel Biggs und Wayne lieber mit dem Ausrauben von Biertransportern beschäftigt als mit Schule und ehrbarer Nebenerwerbstätigkeit. So werden sie zu „Shottas“, dem Slangbegriff für Gangster. Nachdem der Boden in Jamaica zu heiß für sie ist, geht es auf nach Miami. Dort gibt es nur eine Richtung: steil nach oben, aber das bedeutet auch Krieg mit den einheimischen Gangstern. Das kann natürlich nicht ewig gut gehen, fordert Opfer und endet mit einem Blutbad, welches dem Film zumindest in Auszügen einleitend vorangestellt ist.
Soll ich dafür Lebenszeit aufwenden?
Durchaus, denn die Mischung aus Reggae und Gangsterfilm hat ihren Reiz.
Warum?
Gerade die Jugendzeit der beiden Kumpel in Kingston zeichnet ein düsteres Bild der lokalen Verhältnisse, das aber durchaus realistisch ist. Stets unterlegt mit Klassikern des Reggaes sehen wir ab da einen typischen Vertreter des Gangsterfilms, wie es ihn schon dutzende Male zu sehen gab. Die Klassiker des Genres stehen bei jedem Filmliebhaber im Regal, und jeder kennt mindestens eine Dialogzeile aus irgendeinem Genrevertreter auswendig. Zur Königsklasse reicht es für die Shottas allerdings nicht, dafür sind die darstellerischen Leistungen zu durchschnittlich. Zudem ist die Story nicht rund, sie endet einfach, gibt wenig Hintergründe und wirkt ein bißchen wie eine Nummernrevue. Egal, denn auf der Habenseite sehen wir einige harte Feuergefechte, traumhafte Sonnenuntergänge, schöne Häuser, Bier und Cocktails, hübsche Frauen – das alles schürt das Fernweh in dieser sehr seltsamen Lebensphase, in der uns Bürgern fast jede Art von Freude verwehrt wird. Wenn man also ausbrechen will aus dem tristen betongrauen Coronaherbst, dann ist dieser Film dazu recht gut geeignet - 7/10.