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ist ein schweres Leben für Maggie Gilkeson, die ihre beiden Töchter Dot und Lily auf einer kargen Farm alleine großziehen muß. Sie hat zwar mit Brake einen Lebensgefährten, doch die Männer an ihrer Seite blieben noch nie sonderlich lange. Neben dem, was sie mit der Farm erwirtschaften kann, verdient sie sich ein kleines Zubrot als Heilerin. Eines Tages taucht ein Fremder auf, der medizinische Hilfe benötigt, da er von einer Schlange gebissen worden ist. Wie sich zur Überraschung der Kinder und Maggies Partners herausstellt, handelt es sich um Maggies Vater, der sich vor etwa zwanzig Jahren von seiner Familie getrennt hat um sich den Indianern anzuschließen.

The Missing ist jetzt nicht der typische Cowboy und Indianer Western a la John Wayne, sonder eher ein düsteres Familiendrama, das in einer kargen verschneiten Landschaft im Jahre 1886 stattfindet. Vielmehr geht es um Aussöhnung zwischen Vater und Tochter, während beide mitsamt der jüngsten Tochter unterwegs sind, um die ältere Tochter zu retten. Diese wurde von marodierenden Indianern entführt und soll nach Mexiko verschleppt werden, um dort meistbietend zur Versteigerung verkauft werden soll.
Die Story spielt sich dabei sehr ruhig, bis auf die letzte halbe Stunde ist Action komplette Fehlanzeige. Der Film lebt hauptsächslich vom Zusammenspiel der sehr guten Darsteller Cate Blanchett und Tommy Lee Jones bzw. deren verstrittenen Charakteren. Maggie ist stinewütend auf ihren Vater, da dieser vor vielen Jahren die Familie verließ und gibt ihm (nicht unverständlicherweise) Schuld daran, das sowohl die Mutter als auch der Bruder starben, weil der Haupternährer fehlte und sich diese quasi zu Tode schufteten. Als Psychodrama ist das ganze recht interessant, auch wenn das Ende deutlich vorhersehbar ist.
Um so mehr überrascht es dann, das gegen Ende wirklich nochmal die Winchester ausgepackt werden und sich ein Shootout zwischen Familie und Entführer entwickelt, auch wenn dieser eher wieder untypisch und -blutig abläuft. Allerdings muß man auch sagen das sich doch die eine oder andere Länge einschleicht, das schamanische Fernduell hätte man locker kürzen oder streichen können. Auch das Verhalten der Töchter sorgt für Momente, an denen man sich an die Stirn klatschen möchte, diese sind ständig bockig, aber verraten ihre Position unnötig durch Spiegelungen eines Fernglases oder auch nur durch blödes Rumgekreische, was einem verbündeten Krieger sogar das Leben koste (hattu fein gemacht Mädchen).
Auch die Nebencharaktere bewegen sich sonst eher im Klischeebereich, Sheriff und Kavallerie sind ebenso dumm wie unfähig, Indianer meist böse und die Frauen stur und uneinsichtig wie eine Betonwand. So wirklich überragend fand ich the Missing auch nicht wirklich, ein durchaus guter Film, aber zumindest bei mir hat der Funke nur bedingt gezündet. Westernfans sollten sowieso eher einen Bogen darum machen, denn der Film bedient hauptsächlich die dramatischen Momente, aber das eben auch ganz gut.
6/10 

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