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In den Anfangsjahren die Filmindustrie waren die Streifen stumm. Die Filme lebten von dem, was man zu sehen bekam. Gesprochene Worte wurden per Texttafeln eingeblendet, Musik war das Einzige was es an Akustik gab. Heutzutage ist es eigentlich undenkbar einen Film ganz ohne Dialoge zu inszenieren, ohne das es ein Flop wird. Doch der französische Regisseur Sylvain Chomet schaffte mit "Belleville Rendez-Vous" das Unmögliche: Einen großartigen gezeichneten Stummfilm in der heutigen Zeit!

"Belleville Rendez-Vous" lebt nämlich durchgehend nur von seinen genialen Animationen. Fast komplett ohne Dialoge läuft die witzige Handlung vor einem ab. Dabei wurde viel Sorgfalt auf Details gelegt und eine exzellente Story erfunden, die auch ohne Dialoge vollkommen verständlich ist.

Großartig sind die herrlich skurrilen und schrägen Animationsideen, die Disney, im Vergleich, wohl ideenlos wirken lassen. Da haben wir z. Bsp. den herrlichen Kontrast des viel zu großen, strohhalm-dürren Enkels mit einer Nase bei selbst Mike Krüger erblassen würde. Dagegen die kleine pummelige Oma, der andauernd ein Auge "verrutscht", die ihrem Enkel nur bis zum Knie geht.
Dann die quadratförmigen Mafia-Schergen die in einander verschmelzen oder der viel zu dicke Hund, mit viel zu dürren Beinchen.
Eine ungewöhnliches Animationsfeuerwerk at its Best, was man so wohl heutzutage noch nie zu Gesicht bekommen hat.

Der Film ist zudem vollgestopft mit vielen unglaublich genialen Ideen. 78 Minuten lang gibt es eine Skurrilität nach der Anderen. Da massiert Omi ihren Enkel mit einem alten Rasenmäher die Verspannungen weg und massiert ihm die Waden mit einem Staubsauger. Oder der Hund, der ewig die vorbeifahrenden Züge "vollbellt" und dann des Nachts davon träumt, wie die Gäste des Zuges plötzlich zurückbellen. Dann noch die 3 herrlichen Grannies, die eine Granate ins Wasser werfen, um die, darauf in die Luft fliegenden, Frösche einzufangen, um sie danach genüsslich in 3 Gängen zu verspeisen. Und last but not least die Szenen in der sich Omi und die Grannies mit der Mafia anlegen. Ein herrlich schräges, surreales Erlebnis. Und dies sind nur knapp 2% der Ideen des Films! Man muss es wirklich selbst erleben.

Was dem Streifen dann noch zusätzlich die Würze gibt, ist der großartige Soundtrack. Zwar gibt es hier nur verhältnismäßig wenig Musik, doch was Geboten wird, ist Oscarreif. Nicht umsonst gab es eine Oscar-Nominierung für den besten Song. Denn der Titelsong geht einem unheimlich in die Beine bzw. in die mitschnippenden Finger. Ein großartiges Stück Filmmusik.

Fazit: Ein geniales, surreales Zeichentrickmeisterwerk, wie es wohl schon lange keins mehr gab. Ein Fest an genialen, schrägen Animationen und skurrile Ideen zu hauf, machen diesen Film unvergesslich und schon jetzt zu einem modernen Klassiker. Ohne auch nur einen wirklich wichtigen Dialog, wird das Ganze zu dem noch zu etwas Besonderem, was man so schnell wohl nicht mehr zu sehen kriegen dürfte! Wer mal wieder was wirklich Außergewöhnliches sehen will, darf sich dieses großartige Werk nicht entgehen lassen!

Wertung: 10/10 Punkte

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