Sich früh einen Namen auch in der Filmwelt gemacht und sich gleichzeitig früh in die Unabhängigkeit von Hollywood begeben hat Fred Williamson seit Beginn der Siebziger seine eigene Sichtweise von (normalerweise 'weißen' Darstellern vorbehaltenen) Actionkrimis um schießwütige, aber im Namen der Gerechtigkeit handelnde Polizisten oder andere eifrige Bewahrer der Ordnung erzählt, und sich mit seinen Produktionen auf der B-Schiene (oder manchmal auch der C-Schiene) auch global, nämlich in der Kommerzkraft bewährt. Die jeweiligen Erzeugnisse sind natürlich Genre, weichen aber zumeist nicht nur in den Erzählungen selber von dem enger gestrickten Rahmen der vorübergehenden Welle der sogenannten Blaxploitation, sondern auch in der Wahl der Besetzung davon ab. Gerade auch im vorliegenden Beispiel werden die Darsteller wie Saxon oder Spinelli in prominenter Front und das als übergreifenden Kundenfang gesetzt, während die Hauptfigur auch problemlos ein 'Weißer' sein könnte und mehr oder minder komplett genreorientiert ist:
Chicago Cop Detective Frank Hooks [ Fred Williamson ] hat es schon länger auf den Drogendealer Goldy [ Michael Dante ] abgesehen. Als während einer reichlich konfusen Razzia dieser durch Hooks in Notwehr erschossen wird, dabei allerdings auch der Koffer mit dem Geld verschwunden geht, wird Hooks durch seinen Vorgesetzten Parks [ Ed Lauter ] schon zwangsweise suspendiert. Seine Kollegen wie Davis [ John Saxon ] und Gordon [ Richard Roundtree ] glauben dem Unschuldigen zwar, nichts von dem Aufenthaltsort des Geldes zu wissen, die Gangsterbande um Mayfield [ Joe Spinell ] und dessen rechter Hand Koslo [ Bruce Glover ] allerdings nicht. Und wodurch schnell auch Hooks Ehefrau Angie [ Nancy Wilson ] in Gefahr gerät.
Anders als üblich und gewohnt hat Williamson hier auch ein richtiges Drehbuch vorliegen, eines von Gail Morgan Hickman nämlich, der zuvor auch für Eastwood Dirty Harry III - Der Unerbittliche sowie für Bronson kurze Zeit später Murphys Gesetz und Death Wish 4 - Das Weiße im Auge geschrieben hat. Der Linie wird sich allerdings treu geblieben: der einsame Cop, der die Straßen aufräumt, aber oftmals am zu laschen Gesetz scheitert und das drum in die eigenen Hände nehmen muss. Dazu schmierige Gauner und ebensolche Anwälte, ein wenig hilfreicher Vorgesetzter und etwas Polizeistreife im Exzess.
Nach der Reunion von Coltfighter - One Down, Two to Go (1982) in New York City (bzw. konkret Staten Island) hat man sich hier mit Chicago die zweite Metropole an der Ostküste als Schauplatz seiner Allerweltsgeschichte ausgesucht, ähnlich schäbig eingefangen auch und zwischen Hinterhöfen, Baracken und Ruinen platziert. Ein weiterer Actionkrimi mit budgetgemäß mehr Schlenderei und Dialog und anderen Füllszenen als die große Actionsause, wobei zumindest die erste offensivere Einlage mit der Störung eines Drogendeals und dem entsprechenden Gebrauch der Schusswaffen und der lauten Sprache der Kugeln ganz ordentlich vorbereitet ist und den Liebhaber preiswerter Arbeiten sowieso schon durch das Milieu allein und die Besetzung sowieso und überhaupt anspricht.
Dramaturgisch auch besser angelegt als die umliegenden Arbeiten, wenn auch eben wieder mit sichtlich sich repetierenden und die Arbeit des Regisseurs reflektierenden Szenen wie das mehrfache Aufsuchen der Bar oder der Wohnung der Exfrau / ehemaligen und wieder neu kontaktierten Frau angereichert, die die ganze Sache nicht wirklich vorantreiben und vielmehr nur Verzögerung für das weitere Prozedere sind; wenigstens ist der Jazz in der Lounge annehmlich. Verbunden werden die Szenen oftmals mit Anrufen durch das gute alte Schnurtelefon, der Detective ist hier trotz mehrerer Jahre vor dem mobilen Empfang dennoch stets und überall erreichbar; es ging also auch in dem Zeitalter ohne das Mobile und ohne dem Netz.
Verstanden wird zumindest die Wichtigkeit eines formidablen Score (durch Jay Chattaway, v.a. auch bei einer besseren Montagesequenz) und der Einsatz kleiner, schneller Actionszenen, zwischendurch wird Hooks mit zwei Autos durch die Gegend gejagt, während sein Partner zwar zu helfen versucht, aber von einem Großkalibrigen auf den Kofferraum einer umstehenden Karosserie geschleudert wird und anschließend noch durch weitere Schüsse auf den Benzintank mitsamt der sich entzündeten Maschine explodiert. Überhaupt sind die Effektszenen hier erhöht und auch derb, wird noch ein armer Scherge per Druckwelle aus dem zerborstenden Fenster katapultiert, und ein anderer statt mit der erhofften Geldtasche mit einer brennenden Dynamitstange 'beglückt' und Sekunden später wie beim Scanners in alle blutigen Einzelteile ins Jenseits manövriert.