Scarecrow Slayer aus dem Jahr 2003 ist der zweite Teil der Scarecrow-Trilogie von York Entertainment und The Asylum. Diesmal übernahm Asylum-Chef David Michael Latt höchstpersönlich die Regie. In einer der Hauptrollen ist Genre-Ikone Tony Todd (Candyman, Final Destination) zu sehen, der gleichzeitig auch als ausführender Produzent fungierte. Umso berechtigter ist die Frage: Was hat ihn bloß geritten, bei diesem billigen und einfallslosen Machwerk mitzumachen?
Im Mittelpunkt der Story stehen die zwei Collegekids Karl und David, die für ein Aufnahmeritual ihrer angehenden Studentenverbindung eine Vogelscheuche vom Feld stehlen sollen. Bei diesem Versuch wird David vom Farmer Caleb erschossen. Fortan fristet dessen Seele nun in der Vogelscheuche ihr Dasein und nimmt Rache. Viel mehr Handlung bietet der Film allerdings nicht.
Die Effekte sind durchweg hochgradig billig und erinnern eher an ein studentisches Heimvideo als an einen ernstzunehmenden Horrorfilm. Darstellerisch gibt es abseits von Tony Todd keinerlei nennenswerte Leistungen – und selbst er passt sich leider der insgesamt niedrigen Qualität des Films an. Die Handlung plätschert über weite Strecken ereignislos vor sich hin, während das ständige Getue um die mordende Vogelscheuche zunehmend nervt.
Im Vergleich zum ersten Teil wirkt der Film relativ harmlos, und auch die ninjaartigen Turnaktionen der Vogelscheuche wurden auf ein bis zwei Szenen reduziert, was dem Film sogar den unfreiwillig komischen Aspekt des ersten Teils nimmt. Einzig der Umstand, dass man versucht, dem strohigen Bösewicht mit dicken Schießeisen Herr zu werden, sorgt kurzzeitig für ein Schmunzeln. Doch all das reicht nicht aus, um den Film auch nur ansatzweise zu retten.
Die ultrabilligen CGI-Effekte sollte man gar nicht erst erwähnen, da sie selbst das Niveau noch so billiger deutscher Amateurfilme unterschreiten.
So ist Scarecrow Slayer von vorne bis hinten ein unterdurchschnittlicher Film, der weder Spannung noch Atmosphäre aufbauen kann und selbst als Trash nur bedingt funktioniert. Für Komplettisten der Asylum-Filmografie oder hartgesottene Fans der Trilogie oder von Vogelscheuchen im Allgemeinen vielleicht noch interessant – alle anderen können getrost einen großen Bogen um diese Vogelscheuche machen.