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Reality-TV ist hierzulande spätestens seit „Big Brother“ ein Thema, weitere Shows zogen gnadenlos nach und brachten ganz normale Mitmenschen (oder C-Promis im Dschungelcamp) oftmals in prekäre Situationen.
In Japan geht es hingegen etwas drastischer zu und laut „Slashers“ opfern die Kandidaten sogar ihr Leben, getreu dem Spielprinzip von Stephen Kings „Running Man“.

„Slashers“ ist die populärste Show im japanischen Fernsehen. Nun soll ein „Special“ mit sechs Amerikanern einen besonderen Höhepunkt darstellen. Zwei Millionen Dollar winken als Belohnung für die Person, die beim Überlebenskampf gegen drei Schlächter als „Survivor“ hervorgeht.

Ohne größeren Firlefanz geht es auch gleich zur Sache: Miho moderiert die makabere Show, während im Hintergrund zerhackstückelte Opfer der drei Killer zu sehen sind, indes ein paar freundlich lächelnde Cheerleader dem Treiben etwas Sportliches verleihen. Die sechs Kandidaten werden kurz instruiert und schon geht es los mit der Jagd.

Gut, die Jagd als solche bietet wenige spannende Momente, da das Größenverhältnis im Kampf „Gut gegen Böse“ etwas ungleich verteilt ist. Sechs Mitspieler gegen drei Killer, da mögen die Überlebenschancen doch gar nicht so schlecht liegen…
Wären da nicht die ewig kreischende Moralistin, der übermotivierte Türsteher und das Model… Derweil sind die Killer mit Masken und Waffen, wie einer Kettensäge bestens versorgt.
Nun könnte man aufgrund dieser Konstellation auf eine temporeiche Menschenjagd hoffen, doch dem ist leider nicht so. Die Teilnehmer verschanzen sich, debattieren und moralisieren und höchst selten schlägt einer der Killer zu. Die dabei zu betrachtenden Splattereffekte sind allenfalls ausreichend in Szene gesetzt und keineswegs schockierend blutig, wie der Titel des Streifens vermuten ließe.

Leider merkt man der Produktion das geringe Budget auch deutlich an, denn die Kulissen sind äußerst spärlich ausgefallen und die Größe des „Jagdgebietes“ erschließt sich dem Zuschauer nicht. Dabei sind die engen Gänge mit den Modellen cineastischer Killer wie Freddy Krüger durchaus für spannende Momente zu gebrauchen, der Rest ist allerdings etwas spärlich und austauschbar ausgefallen.

„Austauschbar“ gilt auch für die Darsteller, von denen niemand wirklich überzeugen kann. Besonders nervig ist die Rolle der „Austauschschülerin“ Megan: Zunächst will sie sich im Zuge der Konsumkritik als Opfer präsentieren und dann heult sie sich von Szene zu Szene.
Auch die deutsche Synchro erlaubt sich einige Patzer bei der korrekten Aussprache von Vornamen, - da wird aus Megan „Mehgahn“ und aus Devon sogar „Diewohn“…

Die Grundidee der Geschichte ist gut und auch die Einschübe der Werbepausen, bei denen die Teilnehmer still verharren müssen (auch wenn der Killer gerade zum tödlichen Schlag ansetzen wollte) bringen Freude.
Doch richtiges Tempo und damit verbundene Spannung will nicht aufkommen, zuviel wird geredet und zu wenig gehandelt.
Und wenn man, während der Film läuft, zum Bier ablassen kurz woanders hingeht, hat man nichts verpasst. Spricht nicht unbedingt für den Unterhaltungswert…

5 von 10 Punkten

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