Review
von Leimbacher-Mario
Takeshis Castle: Gore Edition
Ein paar klischeehafte amerikanische Kandidaten landen in einer trashigen japanischen Spiel-/Horrorshow - denn sie müssen vor kostümierten Psychopathen fliehen und versuchen zu überleben. Und so beginnt ein hyperaktiver, bizarrer, unfassbar mies ins Deutsche vertonte und vor allem zu Beginn sehr gewöhnungsbedürftiger Mix aus „Running Man“, „Cube“ und „Hell House LLC“.
„Slashers“ bezog sich damals ganz klar auf den Reality-TV-Boom durch „Big Brother“ und Co., treibt sein Thema für damalige Verhältnisse mit futuristischen und menschenverachtenden „Spielshows“ allerdings ein gutes Stück weiter und undurchsichtiger als zu der Zeit noch üblich. Meta und absichtlich mies. Mit Blicken hinter die Kulissen von Mensch und Maschine Fernsehen. Was echt ist und was nicht, was gespielt ist und wo Grenzen überschritten werden - all das bleibt lange Zeit offen. Die Killer haben witzig-bescheuerte Sprüche auf Lager, die Goreeffekte sind über TV-Niveau (und ja vielleicht auch gar nicht innerfilmisch inszeniert?!) und die asiatischen TV-Gefilde werden gut getroffen, bieten sich für sowas natürlich auch an. Die Figuren bzw. Abziehbildchen bleiben einem allerdings fern und den Sieg/das Überleben gönnt man keinem wirklich, der Look ist natürlich enorm billig und nicht kinoreif, das kann schnell auf die Nerven gehen und Zugang für viele verwehren. Hält man jedoch durch und lässt etwas mit sich spielen, dann war das gerade für seine Zeit schon weiter gedacht und in seinen besten Momenten comichaft-unterhaltsam. Leider gibt’s am Ende nichts Unerwartetes und heutzutage hat man in diese Richtung einfach bessere Alternativen.
Fazit: Running Scam - „Slashers“ war seiner Zeit etwas voraus und hat Kultpotenzial als Mischung aus „Saw II“ und „The House October Built“, Reality TV, Game Show und Slasher(parodie). Selbst wenn er mir stellenweise sehr auf die Nerven ging.