Review

"Uzak" ist das Werk eines wahren Künstlers, den ich leider zu spät kennengelernt habe. Geschickt vermag es Ceylan den Zuschauer durch die schwermütigen Bilder, die diesen präsentiert werden, in den Bann zu ziehen. Özdemir und Toprak leisten eine authentische, fast schon unheimlich realistische Performance. Insbesondere in den dialogarmen Szenen kommen ihre Leistungen besonders zur Geltung. Das Fehlen der Musik lässt den Seher an der dysfunktionalen Familiengeschichte teilnehmen, sodass man das Geschehen permanent weiterverfolgen möchte. Dem doch sehr melancholischen Grundtenor zu trotz, lässt sich dem Film sein feinfühliger und beinahe versteckter Humor nicht verleugnen. Ceylan versteht es, das Defätistische mit dem Humorvollen zu verbinden, sodass hier klare parallelen zu Béla Tarrs "Satantango" erkennbar sind. Ohne das Rad neu zu erfinden, aber mit mehr Herz als manch rosaroter Liebesfilm, hat Ceylan einen wichtigen Film über das Streben nach Vollkommenheit und daraus resultierende Akzeptanz geschaffen. Ein wahrhaft menschlicher Visionär.

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