Unter der Regie und dem Skript von Elvis Yang Bingjia fabrizierte zweite Fortsetzung zu Fight Against Evil (2021), dem ersten aufsehenerregenden Film von Xie Miao im chinesischen Streamingdienst, seit Ende der Zehnerjahre dort tätig und die Genres durchschweifend. Hier wird Modern Day Action geboten, ein Polizeifilm mit, die Verbrechenswelle weit oben, dazu auch ein kleiner Kinostart, vor Xie's Auftritt in The Furious spendiert. Yang und sein Darsteller ein eingespieltes Team mittlerweile, die Gangart erst flott, der harte Ton später, ein weitreichendes Komplott:
Polizist Li Hongqi [ Xie Miao ] steht kurz vor seiner Hochzeit! Eigentlich wünscht er sich eine schlichte Feier, doch seine resolute und enthusiastische zukünftige Schwiegermutter besteht darauf, die Organisation zu übernehmen und ein großes Fest zu veranstalten. Gezwungen, nach Haijiao zu reisen, erfährt Li Ho dort, dass Xin Xin, das Mädchen, das neben ihm im Flugzeug saß, von Menschenhändlern entführt wurde
Lianray Pictures hier abermals in der Erscheinung, dazu natürlich iQIYI Pictures, eine Urlaubsstimmung erst aufkommend, die tropischen Bilder, die kräftigen Farben, das flinke Geschehen, ein Sprint durch den Flughafen und seinen Parkplatz, die Verfolgung bereits aufgenommen, 3000km weit entfernt von Zuhause, von Binzhou eine Reise angetreten, eine Rückblende hereinreichend, wie es zu dem Ausflug kam und der Entfernung und der knallbunten Sichtweise. Für die Schwiegermutter hat man es getan, die Geschichte erst in Wendungen dargebracht und später komplexer. Der Polizist hier beliebt und bekannt, ein Sonnenschein, ein Strahlemann, ein Sympathikus, die Flugszenen an Qin Pengfeis gleichjährigen Ausflug mit Ashton Chen und Iko Uwais an Wings of Dread (2026) erinnernd, die bunte Kulisse, die knalligen Figuren, das erste Kennenlernen im Airbus, die frischen Interaktionen. Weitab von North East Police Story ist man hier, in der anderen Gegend, die Sonne scheint, dann das verbrecherische Geschehen, die Verfolgung durch den Airport, einem Dieb erst und dann einer ganzen Bande von entgegen stehend. Ärger wird gemacht, "He thinks he's Donnie Yen?", der Cop umtriebig, die Bande unruhig und auf Eile geeicht, eine Auseinandersetzung folgend, die Choreografie spielerisch noch und amüsant leicht.
Ein halbes Dutzend Gegner hat man hier vor sich, Kleinkriminelle im Tourenbus, noch keine Kostprobe des Könners, eher eine Art Vorgeschmack, ein Appetizer bloß, eine erweiterte Rangelei. Die Komödie am Vorscheinen zuerst, die Lacher geboten und das Amüsement, die Bande lädiert ordentlich, aber ohne Zuviel zu zeigen. Polizist im Berufsleben, Kämpfer für Recht und Ordnung auch im Privaten, das Gute im Sinne und dies auch überzeugend; dazu etwas Klamotte und etwas Lautmalerisches, erst die Actionkomödie, die Gestiken, die Mimiken, die Reaktionen weitreichend und gespielt deutlich für die letzten Reihen und die Aufmerksamkeiten. Auf die Vorgänger wird angespielt, verbal meist, sind diese aber nicht wichtig für die weitere Kenntnis, andere Umstände hier, eine andere Gegend, die Unterhaltungsform in all seiner Grelligkeit spendiert, dazu viel Jubel, Trubel, Heiterkeit, viel Geselligkeit, dann auch das erste kriminelle Wesen. Yang, der mit Xie auch Blind Sword (2022) a.k.a. Eye for an Eye gedreht hat und seit den frühen Zwanzigern Wegbegleiter dessen Karriere ist und Werbeleiter und Förderer, hat dabei viele verschiedene Stimmungen und Ausdrücke durchaus gut im Blick und fest im Griff, für Streaming ist das Geschehen gut aufgestellt und aufwändig auch und seine Wahrnehmungen findend, die Klischees solide dargereicht und die Stimmungen bindend. Um Menschenhandel geht es natürlich wieder, ein beliebtes Konstrukt, hier mit Nerve und Verve, dann der Polizist als Rettung. Entsprechend dessen wird hier auch mal anders agiert und reagiert, kein reines Thriller- und Kampfgeschehen, dieses später kommend und dann hervorscheinend.
So wird sich durchaus Zeit für die Geschichte genommen, für den Unbedarften vielleicht ungewöhnlich, die Wartezeit auf die eigentliche Effektarbeit, das monströse Martial Arts Geschehen. Xie überspielt das mit seiner Erfahrung, eine Karriere seit der frühesten Kindheit, eine eigene Präsenz auch im Ruhigen und dann erst recht im Aufgedrehten zeigend, in den Ermittlungen, in den Konfrontationen, einer Häuserdacheskalation. mit dem Gegner spielend und ihn auch so überwältigend, dazu vor allem eine effektive Beinarbeit, die Kraft und Bewegungen der Kombattanten zu seinem eigenen Vorteil ausnutzend und für sich in Anspruch nehmend. Vor allem in einem Barfight wird dies ausgiebig verwendet, eine Massenprügelei, die schmerzhaften Stunts wie im Nebenbei gereicht, auch eine andere Inszenierung hier, keine Weitwinkelkamera, keine extremen Bewegungen, ein neuer Choreograf am Start, ein eher übersichtliches bis trockenes Geschehen.
Zeit nimmt man sich hierfür und betrachtet das durchaus übliche Geschehen von seiner eigenen Warte aus, etwas Geduld muss man schon mitbringen, eine große Party hier veranstaltet die erste Filmhälfte, die Clubakzeptanz, dann das schändige Wesen, der ausgedehnte Kinderhandel in skrupelloser Prägnanz. Umso deutlicher dann die Fights, elegant und brutal zugleich, behände und radikal, ein Dreikampf in einer abgelegenen Baracke mit effektvollem Schnitt und Überlegung in der Kreativität zugleich. Akrobatisch die Vereinigungen, mit leichten Einsatz von Wirework stimuliert. Das letzte Drittel dann die Action-Extravaganz, mit Messern wird gearbeitet und Eispickeln, mit Mörteln und Äxten und allem möglichen an Mittel und Wegen und Materialien; dazu mit Endgegner Philip Ng auch eine spezielle Größe und ein anderer Stil eingeübt und ausgeführt, in einem Schlachtfeld voll Glasscherben sich duelliert.