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Alarm für Sperrzone 7 ist für mich persönlich einer der wenigen Filme, bei denen mir der deutsche Titel tatsächlich mehr zusagt, als der englische. The Monster that Challenged the World ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen für eine riesige Binnensee-Kackwurst, deren Gesicht in etwa das Aussehen von Darth Vader mit den Fängen der Formicula-Ameisen und den Blick von Nummer 5 verbindet, während die Challenge eher auf Seiten der Menschen besteht, das Monster tunlichst zu erwecken oder ihm zu begegnen, um den Endkampf dann unfairerweise schon weit vor der Weltherrschaft einzuläuten. Dieses urige Wesen, über das mir nicht so ganz klar wurde, ob es seine radioaktiven Absonderungen nun der Menschen wegen oder von Natur aus produziert, soll übrigens eine Schnecke sein, was bei einem späteren Besuch auf den Weidegründen der Kreaturen an den Gehäusen etwas deutlicher erkennt.

Schon die erste Begegnung zwischen Mensch und Bestie wirkt forciert, bedarf es in Alarm für Sperrzone 7 doch eines Falschirmabsprungs und einer damit verbundenen Rettungsübung auf dem See, um im Schatten der Kreatur zu ersten Opfern zu führen. Immerhin ist der Angstschrei an dieser Stelle bemerkenswert. Viel Zeit wird hierauf mit Forschung und Suche verbracht. Sei es ein Mißachten der Sperrung der Strände oder ein Tauchgang um dem Monster auf die Schliche zu kommen, immer sind es die Menschen, die einen Kontakt mit diesem fremden Wesen provozieren. Wissenschaftliches Geschwafel ist üblicherweise nicht sonderlich befriedigend. Der Gipfel scheint ein Kind zu sein, welches unbemerkt Zugang zu einem Labor erhält, in dem eine Monsterschnecke bei Temperatur gehalten wird, um die Kreatur in einer Starre verharren zu lassen. Irgendwelche Zweifel, was da passieren kann?

Nebst diesem offensichtlichen Kitsch sorgen unfreiwillig komische Situationen für Stimulation des Humorzentrums abgebrühter Monsterfans. Meine Highlights neben dem Schrei zu Beginn sind eindeutig das an einer Stelle als Schockeffekt ins Bild hineingleitende Monster (zirka 65. Minute) und eine Szene, in welcher der Held, dem durchaus bekannt sein könnte, daß sich die Riesenschnecke insbesondere am Auge empfindlich zeigt, einer in Gefahr schwebenden Frau mit ihrem Kind zur Hilfe eilt. Hier hat er die Qual der Wahl zwischen einer großen Brandbekämpfungsaxt und einem Feuerlöscher. Was sucht er sich aus? Natürlich den Feuerlöscher, mit dem er versucht, das Monster unter Betriebstemperatur zu kühlen!

Momente wie diese gibt es leider nicht in der Überzahl, so daß Alarm für Sperrzone 7 weder als Genrefilm noch als Trashbomber abseits der Tatsache, daß es bis zum Film Slugs wohl nur sehr wenige Konkurrenten in der Monsterschneckensparte gab, wirklich voll überzeugt. Es handelt sich um einen weiteren klischeebeladenen Film, dessen Hauptintention wohl tatsächlich die Variation eines klassischen Themas ist. Mir persönlich gefiel der Film etwas besser als beispielsweise Nathan Jurans ähnliche Herangehensweise mit Das todbringende Ungeheuer. Generell darf sich wohl jeder auf Alarm für Sperrzone 7 einlassen, dem das Besondere nicht ganz so wichtig ist. Immerhin die Monster sind eine Schau für sich, auch wenn etwas mehr Präsenz und Agilität ihnen sicher gut getan hätte.

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