Eigentlich hatte ich die klassische amerikanische Riesenmonsterwelle der 50er schon ganz gut abgefrühstückt, aber so das eine oder andere Loch ist immer noch zu stopfen. Erfeulich wenn einem dann im Netz ein Creature-(Double)-Feature über den Weg läuft…
Sehr gefreut hatte ich mich schon lange auf „The Monster that challenged the World“, der bei uns – bei vollkommenen Ausblenden der Existenz eines Monsters auf dem Plakat – einfach „Alarm für Sperrzone 7“ genannt wurde.
Wieder mal sind militärische Eingriffe dafür verantwortlich, dass in der Salton Sea in Kalifornien nun also riesige raupenähnliche Mollusken herumschwimmen, die Bootfahrende, Schwimmer und Fallschirmpersonal angreifen und auslutschen, während die Jungs in den Uniformen händeringend verhindern wollen, dass die Viecher in die umliegenden Kanäle und in die lokale Wasserversorgung überwechseln.
Der Film ist am knackigsten, solange er den Anblick der Mollusken noch geheim hält, bzw nur einen Schattenriss liefert, ganz wie es sich für einen gepflegten Monsterfilm gehört. Ist das Vieh erst einmal zu sehen, geht man dann auch in die Vollen, mit einer Bootsattacke und einem Angriff auf zwei Taucher, die man sich dramaturgisch vermutlich bei Harryhausens „Panik in New York“ abgeschaut hat.
Die Wirkung des Monsters ist recht zwiespältig, denn es taucht später seltener auf, als es sollte und es ist nicht mit Stop-Motion gefilmt, sondern mittels photographischer Effekte in die Szenerie eingearbeitet. Dass das Vieh relativ unbeweglich war, gerät dem Film zum Nachteil, denn wie sie ihre Opfer meuchelt, wird nicht so recht gezeigt. Die Unterwassersequenz verhaut man deswegen sogar noch, weil die Annäherung des Viehs komplett undurchsichtig ist, man rückt die Kamera einfach immer etwas näher an die steife Puppe heran.
Die Kameraarbeit ist dabei noch am besten gelungen, denn das Finale in einem Militärstützpunkt, bei dem das Riesenvieh durch die Wand bricht, um zu seiner Brut zu kommen, reizt zum Kreischen wie zum Lachen, wobei ich nicht verhehlen möchte, dass es recht antiklimatisch ausfällt, wie man die Raupe nun zu Fall bringt.
Die eigentliche Hypothek des Films ist aber die Handlung an sich, die sich zu einem Großteil aus endlosen militärischen Krisensitzungen mit jeder Menge Gespräch und entsprechend weiteren Sitzungen mit dem führenden, aber anfangs noch ratlosen Wissenschaftlern zusammen setzen.
Audrey Dalton macht zwar als Sekretärin eine echt gute Figur, aber zu Tim Holts angejahrtem Commander passt sie in der Would-be-Love-Story nicht recht. Und ja, sie hat auch mal wieder eine Tochter, die sich nicht eben mit Ruhm bekleckert, aber das gehörte eben dazu.
Fakt ist, mit zunehmender Laufzeit, läuft der Film immer wieder ins Leere und bisweilen bin ich bei dem endlosen „big talk“ irgendwann abgedriftet, der Hintergrund hätte zwar Substanz, aber das konnte filmisch-dramatisch nicht gut aufgearbeitet werden. So bleibt am Ende ein mittelmäßiger Monsterfilm mit einer aber reizvollen „Creature“, die man sauber in die Szenen eingearbeitet hat, die aber einfach zu steif ist, um wirklich Horror zu verbreiten. (5/10)