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Der Schriftsteller Connor McEwen wird eines Abends Augenzeuge der Ermordung eines argentinischen Antiquitäten-Händlers und kommt dabei selbst nur knapp mit dem Leben davon. Bei einer Gegenüberstellung identifiziert Connor einen gewissen Hector Stroessner als vermeintlichen Täter, welcher anschließend aufgrund seiner Aussage während der Gerichts-Verhandlung schuldig gesprochen wird und in den Knast wandert. Kurz darauf läuft Connor auf der Straße jedoch zufällig ein Mann über den Weg, der dem Verurteilten zum verwechseln ähnlich sieht... und prompt kommen ihm Zweifel, ob er mit seiner Aussage nicht doch versehentlich den Falschen ins Gefängnis geschickt haben könnte. Da die Polizei kein Interesse daran hat, den Fall erneut aufzurollen und die Sache damit als erledigt betrachtet, schnüffelt Connor zusammen mit Hectors Freundin Nikki, die vehement dessen Unschuld beteuert, um sein Gewissen zu beruhigen auf eigene Faust dem besagten Doppelgänger hinterher... und bringt sich damit selbst in höchste Gefahr... Für seinen "Teuflischer Irrtum - Double Take" hat Mark L. Lester eine allemal taugliche und beinahe schon Hitchcock'sche Thriller-Prämisse aufgetan, die diesen insgesamt betrachtet doch solide gemachten B-Streifen über seine bisweilen recht Fernsehfilm-mäßige Inszenierung ohne viel Spektakel hinweg trägt. Krachige Action wie noch in "Phantom Kommando" oder "Showdown in Little Tokyo" sucht man hier jedenfalls vergebens, ab Mitte der 90er konnte Lester halt nicht mehr die große Hollywood-Kohle verballern, sondern hat mit seiner eigenen Produktions-Klitsche American World Pictures kleinere (Direct-to-Video-)Brötchen backen müssen. In diesem vorliegenden Fall macht das aber nicht wirklich was, da sich die Handlung doch verhältnismäßig spannend anlässt und im weiteren Verlauf auch mit so mancher nicht allzu vorhersehbarer Wendung um die Ecke kommt... ob die ganze Chose rückblickend betrachtet dann aber auch Sinn macht, sei mal dahingestellt. Etwaige Logik-Löcher fallen einem aber zumindest während des Ansehens nicht störend auf, stattdessen hat man hin und wieder den Eindruck, dass in dem Bestreben, für ein flottes Erzähl-Tempo zu sorgen, einige Szenen im Schneideraum gar ein wenig zu arg zusammengestutzt wurden und so manche Anschlüsse da besser hätten sitzen können. Das Faible des Regisseurs für bisweilen vordergründig eingebrachte Brutalitäten und blutige Schießereien kommt hier übrigens nicht wirklich zum Tragen, auch wenn sich an zwei, drei Stellen dafür doch Gelegenheit geboten hätte. "Teuflischer Irrtum - Double Take", der übrigens auch durch die Bank passend besetzt ist, funktioniert in seinem selbst gesteckten, schmaleren Rahmen dennoch wieder mal recht gut und liefert passables Genre-Entertainment zum Feierabend, auch wenn man (nicht nur) an der Stoff-Auswahl merkt, dass es für Lester Karriere-mäßig seit "Night of the Running Man" leider doch so langsam bergab geht.

6/10

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