Die junge Caitlan Bourke wünscht sich nicht sehnlicher als ein eigenes Baby... und da ihr älterer Ehemann Paul unfruchtbar ist, lässt sie sich in der Klinik von Dr. Dotterweight künstlich befruchten. Was sie nicht ahnt, ist, dass das Sperma von William Costigan Jr. stammt, der - seit er im Jugendknast von seinen Wärtern sexuell misshandelt wurde - mental mehr als nur leicht angeknackst ist und nun als "Westside Carjacker" umhergeht, wahllos Leute ermordet und im Anschluss deren Autos verscherbelt... und der zudem auch unter der Identität seines jüngsten Opfers einem Aufruf zur Samenspende nachgekommen ist. Als Costigan herausfindet, bei wem sein Sperma gelandet ist, beginnt er das Ehepaar Bourke zu stalken... und natürlich ist er auch bereit, über Leichen zu gehen, um dafür zu sorgen, dass er "seinen" Nachwuchs in den eigenen Händen halten kann... Im Gegensatz zu seiner "It's Alive"-Trilogie ist "Insemination - Wiege des Grauens" als typischer 90er Jahre-Psychopathen-Thriller zwar sehr viel weniger horrormäßig geworden, aber von dem Schrecken, den eine Schwangerschaft so mit sich bringen kann, kommt Drehbuchautor Larry Cohen (der hier übrigens eine Roman-Vorlage adaptiert hat) erneut nicht wirklich weg... und so gibt es auch hier genügend Momente, die werdenden Müttern doch ganz erheblich aufs Gemüt schlagen können: Da braucht es nicht mal die Aussicht darauf, ein Monster-Baby auf die Welt zu bringen, um Lysette Anthony hier irgendwann zum Kleiderbügel greifen zu lassen. Dass Cohen um den einen oder anderen bizarren Einfall zudem immer noch nicht verlegen ist, zeigt sich hier nicht nur an der Prämisse an sich (Samenspende als Ausgangspunkt für eine Thriller-Handlung ist mal was anderes!), sondern auch an der recht genialen Babyparty-Szene, mit der er wohl das Ende von "Sieben" toppen wollte ("What's in the box?!?"). Mit Mark L. Lester hat man zudem einen Regisseur zur Hand, der hier noch in der Lage gewesen ist, das Ganze mit dem notwendigen Gespür für genregerechte Schauwerte (sprich: ein bisschen Sex und ziemlich viel Gewalt) runterzukurbeln, ohne sich dabei allzusehr in den logischen Details der Story zu verheddern. Den Action-Level seines "Phantom-Kommando" oder "Die Klasse von 1999" erreicht er dabei zwar nicht, weswegen die Handlung zwischendurch leider ein wenig durchhängt, aber zumindest geht es hier im bleihaltigen Finale, bei dem die Kanonenfutter-Polizisten en masse anrücken um dem irren Kevin Dillon das Handwerk zu legen, mit viel Geballer und blutspritzenden Einschusswunden überraschend brutal zur Sache. Fazit: "Insemination - Wiege des Grauens" ist ein Kolportage-Filmchen der etwas besseren Sorte und macht sich gut im Doppelpack mit Mark L. Lesters ebenfalls okayem "The Axe".
6/10