Review

"Now and Then" würde zwar liebend gern die Luft von "Stand by me" atmen, doch schleppt dieses unterm Strich noch recht charmante Filmchen einige schwere Hypotheken mit sich herum, die es immer wieder in die Tiefe ziehen.

Das liegt zum einen an den berühmten Namen, die die erwachsenen Mädchen in der Rahmenhandlung geben. Die wären weder nötig gewesen, noch können sie die Rollen in irgendeiner Art ausfüllen.
Melanie Griffith ist völlig verschwendet, Demi Moore wirkt statisch und unemotional und bei Rosie O'Donnell fragt man sich in jeder Szene, wie aus der Lichtgestalt Christina Ricci so ein Monstrum werden konnte, auch wenn sich die beiden vom Typ her einigermaßen ähnlich sehen.

Stärker sind da schon die Jugendlichen, die allesamt glänzen können, wenn da nicht ein behäbiges Drehbuch wäre, das eigentlich überhaupt kein Ziel besitzt. So reiht es einfach Impressionen eines Sommers aneinander, welcher den Übergang in die Pubertät bedeutete. Letzteres Thema trieft dann auch aus jeder abgehakten Szene, der wachsende Busen, Aufklärung, der erste Kuß, die sich trennenden Eltern, der Wille zum Kindsein etc.

Weil das aber nicht abendfüllend ist, wurde noch ein Handlungsstrang rund um das Geheimnis eines toten Jungen in das Geschehen eingeflochten, dessen Schicksal die Mädchen auf die Spur kommen möchten. Nur ist dieses Thema nicht nur der MacGuffin wie die Leiche in Stand by me, der Antrieb und Starter, sondern der einzige roten Faden, den "Now and Than" wirklich besitzt.
Folglich ist die Auflösung banal und es bleibt dem Zuschauer nichts Sättigenderes als einige wirklich schöne Impressionen von 1970.

Und als sei das nicht schon genug, folgt auch noch die Botschaft in Balkenlettern, nämlich daß Freundinnen in der Not immer füreinander da sein sollten. Das ist nicht nur schmalzig, klischeehaft und paßt gar nicht zum Tenor des Films, es gibt auch keinen Grund dafür, denn hier passiert nichts anderes, als daß eine von ihnen ganz ohne Probleme ein Kind zur Welt bringt.
Viel Lärm um nichts also, was schade ist, denn die Idee hätte mehr verdient, als so eine dünne Ausführung. Immerhin machen die spielfreudigen Mädchen einiges an Flachheit wieder gut.
Trotzdem lieber noch zweimal "Stand by Me". Oder dreimal. (5/10)

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