Wer diesen Typen, über den es seit 2008 diverse Filme und Serien gibt noch nicht kennt: Der IP-Man ist nicht etwa ein verkappter Marvelheld, der via Internet den Pöbel im Darknet aufmischt, sondern, ganz dem Titel gemäß eine Kung Fu Legende. Womit er ganz schön dick aufträgt.
Im kolonialistischen Hongkong der 1950er will der Engländer Pike die hiesigen Kampfschulen zu westlichen Stätten umgestalten. Zur selben Zeit will IP Man seine eigene Kampfschule errichten und gerät in einen Strudel aus Intrigen und Korruption und muss am Ende seine Unschuld beweisen…
Obgleich sich der Titelgebende mehrheitlich eher behäbig und mit stoischem Gesichtsausdruck durch die Gegend bewegt, vermag er während der Exposition seine Konzentration und körperliches Geschick unter Beweis zu stellen. Drei Prüfungen soll er absolvieren, um überhaupt eine Schule leiten zu dürfen, wonach er beispielsweise mit Augenbinde oder mit Kerze in der Hand eine Konfrontation bestreiten muss.
Danach flacht die Action allerdings ab und wird nur noch sporadisch eingebunden, bis es ganz am Ende zum unvermeintlichen Finalkampf kommt, der jedoch auch nicht sonderlich spektakulär ausfällt. Die generische Story lässt indes Drive, Dynamik und vor allem Dringlichkeit vermissen, obgleich es um Themen wie Unterdrückung, Ausbeutung und generell um soziale und kulturelle Ausbeutung geht. Dafür wird allerdings zuviel gelabert und behauptet, jedoch zu wenig agiert und in die Tat umgesetzt.
Leider machen sich dabei inszenatorische als auch schauspielerische Schwächen bemerkbar und das Niveau gleicht stellenweise dem einer aufpolierten Soap, wozu auch der sich anbiedernde Score passt, der erst im finalen Akt etwas aufdreht.
Immerhin wird man durch verschiedene Fights aus der Lethargie gerissen, wenn zwischenzeitlich eine Gefängnisrevolte oder ein Brandanschlag angezettelt werden.
Die Choreographie ist solide, die meisten Kämpfe gestalten sich übersichtlich und minimal blutig, doch auffallende Schauwerte kristallisieren sich nicht heraus. Auch diesbezüglich mangelt es an kreativen Einfällen, während es zu keiner Zeit Versuche von Aufheiterung gibt.
Aber auch emotional packende Momente bleiben aus, zumal es den Nebenfiguren an Tiefe mangelt und prekäre Themen wie ein verschwundenes Kind wie Beiwerk behandelt werden.
Die Vorhersehbarkeit der Geschichte trägt ebenfalls nicht zur Spannung bei, wonach es insgesamt an Tempo, Schwung und frischen Ideen mangelt und der Gesamteindruck eher unterdurchschnittlich ausfällt.
4,5 von 10