Nach einer Schiffexplosion werden neben 27 Toten ein schwer verletzter Ungar und ein unverletzter Krüppel, gespielt von Kevin Spacey, festgenommen. Bei der Vernehmung des Krüppels gibt es immer mehr Hinweise dafür, dass der mysteriöse Gangster Keyser Söze hinter dem Verbrechen steckt.
Weder in den Kinos, noch auf DVD fand "Die üblichen Verdächtigen" die Beachtung, die es allemal verdient gehabt hätte und das obwohl sich die Kritiker förmlich überschlugen, der Film mit zwei Oscars prämiert wurde und der Film mit Benicio del Toro, Kevin Spacey, Kevin Pollak und Gabriel Byrne einen ziemlich guten und bekannten Cast hatte. Mittlerweile ist der Film zumindest für Insider Kult und ist anerkanntermaßen einer der besten Thriller der 90er und das beste Werk von Bryan Singer. Im Wesentlichen lebt der fintenreiche Thriller von seinem, mit dem Oscar prämierten Drehbuch. Die Charakterkonstruktion der Verdächtigen ist ganz gut gelungen, womit man als Zuschauer jede einzelne Aktion der Figuren nachvollziehen kann. Das Beste ist aber die geniale Handlung, die den Zuschauer gleich mehrfach auf falsche Fährten bringt, ständig überrascht und dennoch immer im Bereich des Möglichen und Plausiblen bleibt. Dabei sind vor allem die quälenden Fragen, ob es Keyser Söze wirklich gibt und, wer er eigentlich ist von entscheidender Bedeutung. Beim genialen Finale, das ich nicht vorwegnehmen möchte, entlädt sich diese Spannung dann perfekt und die Lösung des Rätsels fällt dem Zuschauer wie Schuppen von den Augen. Diese ausgeklügelte Handlung wird nicht linear, sondern in mehreren Rückblenden erzählt, womit sich das große Puzzle noch besser zusammenfügt.
Bryan Singer setzt den Film gekonnt in Szene. Vor allem bei den Rückblenden setzt Singer perfekte Schnitte und holt somit viel aus der genialen Story heraus. Auch in Bezug auf Musik und Ton zeigt Singer, dass er einiges auf dem Kasten hat und verzichtet glücklicherweise auf übertriebene Action-Szenen und Ähnliches, sodass sich der Film einzig und allein auf seine geniale Story konzentriert und zu keinem Zeitpunkt davon ablenkt. Die Erzählstruktur gelingt ihm ebenfalls gut und vor allem bei den Dialogen ist auch die Kameraarbeit beachtlich, aber eines fehlt diesem Film dann leider doch. Trotz der starken Inszenierung und dem stetigen Aufbau von Spannung wirkt der Film stellenweise einfach zu starr und bei weitem nicht so lebendig wie andere Perlen des Genres wie "Sieben" oder "Fight Club". Viele der Szenen sehen irgendwie gestellt und statisch aus und ich persönlich störe mich sehr daran. Dafür ist die letzte Szene, in denen der verhörende Polizist endlich kapiert, was gespielt wurde umso besser geworden und gehört sicherlich zu den besten und bekanntesten Szenen der Filmgeschichte.
Was kann Kevin Spacey eigentlich nicht? Ob als Ermittler in "L.A. Confidential", ob als brutaler Killer in "Sieben", als Psychopath in "K-Pax", oder eben als mysteriöser Krüppel in "Die üblichen Verdächtigen". Spacey glänzt immer und überall. Mit seiner ruhigen Art passt er perfekt in seine Rolle und leistet vor allem bei seinem Verhör hervorragende Arbeit und zeigt einmal mehr, dass er zu den besten Darstellern der Welt gehört und bekam für seine Leistung vollkommen gerechtfertigt den Oscar als bester Nebendarsteller. Oscar-Preisträger Benicio del Toro überzeugt einmal mehr mit seinem einzigartigen Charisma und mit seiner hohen Leinwandpräsenz. Gabriel Byrne spielt ebenfalls überzeugend und bringt seine zwielichtige Figur stark auf die Leinwand. Auch die restlichen Verdächtigen können überzeugen und runden den gelungenen Thriller ab.
Fazit:
Mit einer genialen Handlung und einem absolut überraschenden Finale, einer starken Besetzung, allen voran dem brillierenden Kevin Spacey und einer gelungenen Inszenierung ist "Die üblichen Verdächtigen" ein sehenswerter Thriller, der stellenweise leider etwas zu statisch und leblos wirkt.
84%