Review

Hatte - nicht zuletzt wegen einem alten Verdächtigen: Anders Thomas Jensen - große Erwartungen in diesen Film, doch bereits nach der ersten Szene wurde mir klar, dass auch "Dänische Delikatessen" wieder mal ein Volltreffer dänischen Ausmaßes ist!

Kurz eine grobe Inhaltsangabe:
Die beiden Fleischer Svend und Bjarne eröffnen eine eigene Fleischerei, um nicht mehr der Tyrannei ihres ehemaligen Chefs ausgesetzt sein zu müssen, aber aus Versehen schließen sie einen Elektriker über Nacht im Kühlraum ein. Um die Leiche loszuwerden und auch mangels Fleisch im Angesicht einer Gartenparty des alten Metzgermeisters beschließt der panische Svend, den Toten zu filettieren - sein Fleisch und damit auch die Metzgerei entwickeln sich überraschenderweise zu einem Riesenerfolg. Der bisher stets missverstandene Svend ist begeistert von seinem neuen Ruhm und möchte den "Verkaufsschlager" Menschenfleisch nicht einfach aufgeben, doch Bjarne will die Sache mit der Leiche als einmalig abstempeln. Schließlich treten noch Astrid und der geistig behinderte Eigil in das Leben der beiden, die sich mehr und mehr in ihre neuen Geschäftsidee verwickeln und nun immer härter damit zu kämpfen haben, ihr dunkles Geheimnis zu bewahren.

Witzige, einfallsreiche, herzerfrischende und immer wieder aufs Neue überraschende (weil einfach nur absurde) Dialoge, wie wir sie eben von den dänischen Spaßvögeln kennen, würzen diesen höchst unterhaltsamen Film, der zum Ende hin sogar noch richtig dramatisch wird: Denn Eigil dient keineswegs als Gag-Lieferant für Behindertenwitze, sondern macht "Dänische Delikatessen" äußerst spannend und vielschichtig. Auf eine fortlaufende, interessante Handlung wird nämlich peinlichst geachtet, kein einziges Mal verfängt sich der Film in ein sinnloses Aneinanderreihen von Gags.

Die Personen werden preisverdächtig gut und detailliert aufgebaut; man sieht ausnahmslos realistische Figuren, die alle ihre Licht -und Schattenseiten haben und beinahe wie du und ich sind ;). Aber wie auch immer sich der jeweilige Charakter entwickelt, er wird einem auf irgendeine Art immer sympathisch, sodass zwangsläufig bis zu einem durchaus taugenden Schluss mitgefiebert wird, welcher die Handlung schön abrundet - und das ganz im Stile des vorangehenden Films...

Fazit: Das alles ergibt eine höchst fremdartige Mischung aus "verdammt lustig", "mitreißend" und "bewegend"...
Fans von dänischen Klassikern wie "In China Essen Sie Hunde" und "Alte Männer In Neuen Autos" jedenfalls nur zu empfehlen!
10 P

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