Der Dänische Regieneuling Christoffer Boe versucht sich an einem nicht
allzu neuen Thema: Die Liebe. Was er allerdings daraus gemacht hat ist
absolut innovativ und ich habe das Thema noch nie so verschachtelt
verfilmt gesehen. David Lynch dreht "Vom Winde verweht" wobei das
beiden nicht unbedingt gerecht erscheint aber grob die Richtung
vorgibt. Nicht die Kamera liefert surreale Momente sondern die Story.
Nichts ist wie es scheint. Diese Liebesgeschichte ist in einem Moment
eindeutig und klar und im nächsten Moment wird ihr der Boden unter den
Füßen weggerissen. Boe zeigt zudem ein malerisches Kopenhagen was auf
den Betrachter eine träumerische Faszination ausübt. Aber auch die
beste Geschichte funktioniert nicht ohne ihre Darsteller. Diese wurden
perfekt gewählt. Der mir unbekannte Nikolaj Lie Kaas wirkt in jeder
Einstellung überzeugend doch was Maria Bonnevie hier leistet ist schon
außergewöhnlich.Die äußerst attraktive Schwedin ist mir schon in
Bornedals "Ich bin Dina" positiv aufgefallen und hat ihr Können hier
noch ein weiteres mal bestätigt. Der Score ist immer passend und in
einer fantastisch gefilmten Sequenz gibt es Samuel Barbers "Adagio for
Strings" zu hören was in dieser Szene wieder einmal grandios wirkt.
"Alles ist Film, alles ist konstruiert, und dennoch tut es weh"
Wer einen Film zum nachdenken und puzzeln sucht, aber von Mystery Thrillern genug hat muß hier zuschlagen. 9 von 10 Punkten