Review

Lässiges Filmchen.
Wahrscheinlich steht es mir nicht zu, über diesen Film zu urteilen, weil ich mich in dem hier angeschnittenen Metier nicht auskenne und daher die ein oder andere Sache nicht verstehen, sondern nur erahnen kann.
Es geht um einen kleinen jungen, der mitten in einem Bergsee ein Hausboot mit seinem Meister teilt. Der Film beschreibt seine Entwicklung zum Mann und welchen Schwierigkeiten er dabei ausgesetzt ist...
Der Story entnimmt man schon, dass das alles nicht so verzwickt sein kann. Ist es auch nicht. Uns liegt ein komplett ruhiger Film vor (erstaunlich eigentlich nachdem Kim Ki-duk Sachen wie „The Isle“ rausbrachte), der lediglich den Kreislauf des Lebens mit seinen zahlreichen Erkenntnissen darstellen will.
Das ist nach meiner Meinung nicht so sehr gut gelungen, wie das die Mehrheit das zu finden scheint. Dadurch, dass so wenig im Film gesprochen wird (fast gar nichts), ist es schwer, überhaupt zu erkennen, was der Film für Erkenntnisse hervorrufen will. Und wenn es dann doch mal sprachlich untermalt wird, war es für mich eher enttäuschend. „Die Liebe führt zu Besessenheit, und die zu Mordgedanken!“ Entweder war der Übersetzer nicht der Beste oder es liegt uns einfach eine pauschale, pseudokluge Aussage vor, und ich hasse nichts mehr als das. Verschiedene Dinge, die wohl weise anmuten sollen, verstehe ich nicht, was einem wie mir den Genuss dieses Films natürlich streitig machen. Beispielsweise die Tatsache, dass sich der Meister wie aus dem nichts verbrennt. Meine Interpretation dieser Aktion ist die, dass sein Schüler ins Gefängnis musste und er daher seine Lebensaufgabe für beendet erklärt hat. Aber das erscheint mir, soweit es die richtige Interpretation ist, nicht schlüssig: Zuerst wartet er jahrelang auf seinen Schüler, der ihn einfach wegen einer Frau im Stich lässt und wartet dann aber nicht mehr auf ihn, als er ins Gefängnis muss. Die Lehre nach solchen Ereignissen für beendet zu erklären, das kann ich nicht nachvollziehen.
Gestört hat mich zudem, dass für den Schüler 4 verschiedene Schauspieler verwendet werden. Möglicherweise soll dieses Vorgehen die Veränderungen dieses Menschen repräsentieren, allerdings fällt es dem Zuschauer dadurch schwer, sich mit dem Schüler zu identifizieren und das wäre bei diesem Film sehr wichtig gewesen, da es ja fast nur um ihn geht. Seltsam fand ich zudem die „Erleuchtung“ des Schülers, die er auf dem Berg erfährt, nachdem er den Stein stundenlang hinter sich her geschleppt hat. Wieso sollte es erleuchtungsrelevant sein, dass man als unerfahrenes Kind mal drei Tiere gequält hat? (Davon hat er sich ja mit dieser Aktion offenbar gereinigt) Wieder eine sehr zweifelhafte Aussage.
Genug Negatives! Der Film ist nicht schlecht, er hat nur den ein oder anderen deutlichen Fehler, das habe ich jetzt zum Ausdruck gebracht. Äußerst genial ist auf der anderen Seite die friedliche Atmosphäre, die der Film schafft und die Bilder, mit denen das alles dargestellt wird. Die Musik ist ebenfalls wundervoll. Für Auge und Ohren ist das Ganze also sehr schmackhaft. Die Aufnahmen von dem See und seiner Umgebung gehören zu den schönsten Aufnahmen, die ich überhaupt in einem Film zu Gesicht bekam.

Fazit: Ein Film, der sehr ruhig und besonnen mit wenig Sprache verläuft. Spannung kommt nicht auf, das beansprucht der Film aber auch gar nicht. Der Film will sehr weise anmuten, erreicht dieses Ziel nach meiner Meinung aber nicht, die Aussagen sind sehr zweifelhaft und undurchdacht. Wie gesagt, möglicherweise interpretiere ich falsch, aber so wirkte das auf mich. Dafür wartet der Film mit wunderschönen Bildern und Klängen auf, in der Hinsicht ein großer Genuss. Alles in allem ein durchschnittlicher Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muss. 5 Punkte. Euer
Don

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