Review

Frühling, Sommer, Herbst, Winter und ... Frühling.
 
Der Titel des Films lässt ahnen, worum es Kim Ki-Duk diesmal geht. Um einen Zyklus, der angefangen, fortgesetzt, beendet wird ... und wieder begonnen. Da Kim Ki-Duk aber kein Naturfilmer im klassischen Sinne ist, geht es auch diesmal - natürlich - um Menschen. Um Menschenleben im Allgemeinen, ein Mönchsleben aber im Besonderen. Aber eigentlich geht es um die Art und Weise, wie wir leben, was wir aus unserem Leben machen, welchen Dingen wir einen Sinn geben und welchen nicht.
Ein kleiner Junge wächst bei einem Mönch auf, auf einer künstlichen, aus Holz errichteten, schwimmenden Insel mitten in einem See in den Bergen (abgeschiedener geht es kaum). Eingebunden in den Wechsel der Natur sehen wir diesen kleinen Jungen in 5 Stufen heranwachsen und altern ... aber das allein wäre natürlich zu langweilig, oder? Es geschieht einiges in diesem Leben des Kleinen (wobei jede Jahreszeit für einen Lebensabschnitt steht): Er quält Tiere im Frühjahr, verliebt sich im Sommer, tötet einen Menschen im Herbst, kehrt geläutert aus dem Gefängnis zurück im Winter (sein Meister von damals ist längst gestorben), nur um im folgenden Frühjahr - jetzt selbst ein alter Mann - erneut anzufangen, mit einem kleinen Jungen, der zu ihm gebracht wurde. Nur dass er von da an der Lehrer, der Meister ist, der sein Wissen und seine Erfahrung, sein Zen, weitergibt. So schließt sich der Kreis, so ist es gut, so ist es Natur. Buddhanatur, das "klare Licht ursprünglichen Gewahrseins".
 
"Frühling ..." ist von den Filmen Kim Ki-Duks der zugegeben am wenigsten unterhaltsame, weshalb man unbedingt etwas Geduld mitbringen sollte, wenn man ihn sich anschaut. Es lohnt sich für alle, die dem Thema auch nur ansatzweise zugetan sind.
 
Und die Schlusseinstellung ist einfach umwerfend.
 
fonu

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