Zwischen Mannequin und Mandeln
In diesem stilvollen, creepy aber etwas einfachen Kurzfilm aus heimischen Landen verfolgt in bester Horrortradition eine Schaufensterpuppe einen Mann durch eine nächtliche süddeutsche Gegend…
Stock und steif durch die Nacht
Die Idee der „following mannequins“ ist alles andere als neu. Kreativpunkte gibt's dafür sicher nicht. Das gab's schon in alten Grusel-Anthologie-TV-Shows, in Videospielen und auch in einigen Kurzfilmen, wenn mich nicht alles täuscht. Und trotzdem wird das Konzept und das Flair dieser nächtlichen Alptraumsituation von „Window Shopper“ lobenswert umgesetzt. Der Einsatz von Schnappschüssen und subtilen Jumpscares, der Vibe von Speyer bei Nacht, die Schaufensterpuppe an sich und das konsequente Ende - alles Dinge, die ich richtig angegangen sehe. Von starken visuellen Stilmitteln wie roter Beleuchtung, verunsichernden Überblendungen und Unschärfen ganz zu schweigen. Die Atmosphäre changiert manchmal zwischen „Maniac“ und „Carnival of Souls“, auch wenn's unfair hoch gegriffene Vergleiche sind. Aber ich rede ja nur von den seelenlos-verlassenen Vibes und Stilmitteln und Bildkompositionen. Von seinen klaren Vorbildern eben. Nicht direkt von der Gesamtqualität…
Fazit: Nette kleine (K.I.-freie) Stilübung zwischen „Twilight Zone“, Giallo und Jahrmarkt. Nichts Weltbewegendes. Aber als vor allem technische Visitenkarte sicher kein schlechter Start… erst recht für's sonst oft genreallergische Deutschland. Natürlich aber eher Studiumabschlussarbeit als unbedingtes Versprechen auf mehr.