Review

'Actionthriller' werbend mit dem Sohn von Sir Roger Moore, welcher wohl im Grabe rotiert angesichts des Endergebnisses, und damit auch sehr bemüht Bondesken Anleihen, dazu eine sechzig- bis achtzigjährige B-Picture Besetzung, schielend Richtung C-Picture und Abteilung No Budget und wenig Anreizen, vertrieben von Saban Films als stete Größe im Geschäft. Shogun Films nennt sich die Produktionsfirma, ein unbekanntes Wesen, eine pompöse Aufmachung erstmal, ein weiteres Bestreben Richtung Niederträchtigkeit und Abscheulichkeit:

MI5-Agent Hugh [ Geoffrey Moore ] gerät gemeinsam mit seiner Freundin, der Analystin Ros Knight [ Jeanine Nerissa Sothcott ] in eine geheime Operation zur Verhinderung des Verkaufs einer tödlichen Biowaffe,  und wird zur Zielscheibe eines skrupellosen Söldnerkommandos. Auf der Flucht suchen sie Zuflucht auf dem abgelegenen Landsitz ihres entfremdeten Vaters und ehemaligen Spionagejägers Charles Knight [ Ian Ogilvy ]; wo sie sich auf den bevorstehenden Angriff durch den Regierungsbeamten Carmichael [ Nick Moran ] vorbereiten müssen.

Mit der Beobachtung und Ausschaltung von Wachmannschaften wird begonnen, eine erste Scharfschützensequenz, eine Spannungsszene, very british und very Moore-ish schon, möchte man meinen, die ersten Toten und die ersten Befragungen. Leute werden ausgeschaltet und liquidiert, der Sohn in den Fußstapfen der Legende, das erste Blut im Film und die preiswerte Natur. Die Dialoge deutlich angehaucht von recht billiger Art und Weise, nicht im Text selber, sondern im Wesen und Geschehen, in der Inszenierung selber, im digitalen Sein. Die Darsteller unwesentlich bis total unfähig zuweilen, nicht nur die Hauptakteure, auch die Nebenschar, die Ergänzung der bekannteren Namen, von denen tatsächlich zwei bis drei (vorhanden schon aus bspw. Renegades, 2022) existieren, dazu auffällig viele Executive Producer, bestimmt ein Dutzend, ein seltenes Geschehen. Ein Agententhriller mit theoretischen narrativen Potential, "In english?", so gänzlich ohne Geld gehandhabt und auch ohne Kreativität, die ersten Aufnahmen auf dem Sohn von Sir Roger, auch nur wegen diesem (in seinem Gespensteroutfit) überhaupt verkauft und in der Aufmerksamkeit des Zuschauers. 

Kurz und trotzdem viel zu lang ist das gehalten, 80 Minuten, ein "I don't like this" in den ersten Szenen schon, ein Präsentieren ohne finanziellen Rückhalt, mit Moore noch als einzige Würdigung und in besserer Erinnerung. Herumgeschlichen wird und so getan als ob, angepeilt und herangepirscht, zusätzlich mit Aufnahmen der Sicherheitskamera und Nachtlicht-Drohnenaufnahmen 'erhöht', ohne dabei filmischer oder aufwändiger zu wirken. Ein viel Gerede ohne Aktivität, ein vermintes Overwatch, ein vermeintlich operatives Prozedere ohne Exekution, die erste Viertelstunde eigentlich nur eine steife Prozession. Gemelkt wird die dürre Kuh hier, viele Wiederholungen eigener Einstellungen, viel dieselbe Handlung noch einmal, ein "Need to Change Position", um Anzutäuschen und Bewegung vorzutäuschen. 

Eine schlichtweg hässliche Optik, eine abschreckende Montage auch, ein unsicheres Realisieren. Ein Angriff einen motorradbewehrten Schützen wird gezeigt, ein kurzer Feuerstoß am Hafen, ein kleiner Stunt auch, die Second Unit engagiert. Die Figuren uninteressant bis abstoßend selbst in der scheinbar positiven Optimierung, keinerlei bis wenig Sympathien hier. Bond für sehr Arme, für Sparfüchse, eine Kampfszene mit Wackelkamera, völlig unattraktiv choreografiert, ein erstes Fünftel für Nonsens verschwendet und für die 'Prämisse', die zudringlich ist und hinauszögernd und tatsächlich mit einem (Kurz)Auftritt von Michael Paré gewinnt und gleich auf eine andere Ebene gehievt wird, für die paar Minuten Anwesenheit zumindest und den anschließenden 'Messerkampf'. 

Ein ausstehender Gehaltsscheck für alle Partien und Parteien hier, ein Safehouse weiter die erste und einzige tatsächliche Entwicklung, eine Beschützung und "Bullshit, if you ask me". Ein widerliches Prozedere, so unfilmisch wie zuletzt nur Kill Code a.k.a. Hard Matter (2026), eine schlichte Grundidee ausdauernd in schlechten Gewalteinfällen auf Digitalvideo projiziert, das Folgen einer mit Botox verunstalteten 'Darstellerin' (und Mätresse des Produzenten) durch allerlei Miseren und Dilemma, von einem Punkt zum anderen, ein Skyfall für Masochisten, ein absurdes Gruselwerk — die teuerste Einstellung ist eine Säureverunstaltung im Gesicht — in wohl ein und derselben Nacht und einem Folgetag für Peanuts gedreht und auch ebenso viel Beachtung und Schätzung und eigentlich auch der Worte wert. 

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