Review

Der Man-Eater geht in die zweite Runde. Diesmal hat er auf Grund von Radioaktivität übermenschliche Fähigkeiten, die ihn beinahe unsterblich machen. Nur die Zerstörung des Gehirns kann ihn töten. Das ist soweit ja nichts Schlechtes, wenn da nur nicht die Sache mit dem hohen Tötungsdrang wäre, dem er ungeniert nachgeht.

Die Story an sich ist, wie auch schon bei ersten Teil, nicht das Gelbe vom Ei und auch diesmal gibt es wieder einige Leerlaufszenen, die das Ganze nicht spannender machen. Die langen Einstellungen auf der Footballparty, inhaltlich uninteressante Dialoge oder unnötige Nachtszenen finde ich besonders lahm und so wird dem Film Wind aus den Segeln genommen.

Richtig Wind bietet der Film dann aber bei den durchweg harten Mordtaten des Exilgriechen. Hier werden wirklich starke Geschütze aufgefahren, denn die Kamera schwenkt nicht weg und viele dieser Szenen ziehen sich fies in die Länge. So nutzt der Antropophagus einfallsreich, was Werkstatt und Küche so hergeben und bohrt z.B. einer Krankenschwester zwei neue Atemlöcher, testet die Bandsäge auf Schnittfähigkeit an einer Schädeldecke oder kocht eine Babysitterin im guten alten Gasofen. Diese Effekte sind mir teilweise schon einen Tick zu derbe, aber so hat Joe d'Amato sein Ziel, nämlich schocken zu wollen, erreicht.

Sehr gelungen finde ich vor allem in den Szenen, in denen Spannung aufgebaut werden soll, die musikalische Untermalung. Das ist irgendwie eine goblineske Mischung aus den Melodien von "Zombie" und "Halloween" in etwas schneller. Allein schon diese feine Musik treibt einem die Schweißperlen auf die Stirn.

Schauspielerisch hat der Film nichts Bemerkenswertes zu bieten, weder im positiven noch im negativen Sinne.
George Eastman ist zwar immer noch so groß und böse (diesmal sogar noch böser) wie im ersten Teil, ist aber nicht mehr so bedrohlich in Szene gesetzt worden und besonders am Ende, als er sein Augenlicht verliert und sich von den Kindern auf der Nase herumtanzen lässt, verkommt er zu einer lächerlichen Witzfigur.
Auch scheint es ein ungeschriebenes Gesetz des italienischen Films zu sein, dass kleine Jungen zu nerven haben, denn wie beispielsweise in "Das Haus an der Friedhofmauer" geht mir auch hier der Bengel gehörig auf den Zeiger. Allein schon wie er sich vorm Fernseher verhält oder bei seiner ans Bett gefesselten Schwester an die Tür trommelt hätte ein übers Knie legen verdient gehabt (oder zumindest 10 Minuten stille Treppe, je nach Autoritätsgrad).
Die eben genannte Schwester nervt dann in der deutschen Synchro auch etwas, denn sie wurde mit einer meiner Antilieblingshörspielsprecherin gestraft, nämlich der der Gaby von TKKG. Aber naja, allzuviel erzählt das Mädel ja glücklicherweise nicht.

Zum Schluss gibt noch den Lacher des Filmes: Ein Mann fährt einen anderen an, entfernt sich zügig vom Tatort und spricht mit niemandem über das Geschehene. Stunden später antwortet er auf einer Party auf die Frage seiner Frau, warum er sich so komisch verhalte und was er habe: "Nichts. Ich habe nur vorhin einen Mann angefahren und nicht einmal gestoppt." Diesen Satz muss ich unbedingt mal im Alltag anwenden und somit eventuell die ein oder andere Party retten.

Insgesamt bleibt "Absurd" hinter seinem Vorgänger "Man-Eater" zurück, vor allem athmosphärisch. Die Effekte sind zwar sehr gelungen und gehen unter die Haut, aber außer diesen und ein paar Spannungsmomenten bietet der Film insgesamt relativ wenig Überzeugendes.

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