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"Ich mag Müll!" Und was für welchen! Im Jahre 1978 stand die Filmwelt still. Denn nachdem sich allerlei Bösewichter auf friedliebende Menschen gestürzt haben, als letztes ein Schlitzer namens Michael Myers, erschauderte es die Zuschauer, als nun eine ganz neue Spezies von Killern sich auf den Weg machten, die Horrorwelt in ihren Bann zu ziehen: Killertomaten. Warum sollen es auch immer nur Menschen und Tiere sein, die zu Killern werden, wenn es nicht auch einfaches Gemüse tut? Wer jetzt meint ich klinge geisteskrank, dem sei gesagt, dass man nach Anblick dieses Trash-Kult-Movie kaum noch anders reden kann. Denn hier haben wir mal wieder einen filmischen Scheissdreck, aller erster Güte (und das im positiven Sinne)!

Was in diesem kleinen aber feinen Kultstreifen steckt ist mindestens genauso drastisch schräg wie schlecht ausgefallen, so das der geneigte Trash-Fan aus dem abfeiern nicht mehr herauskommt. Das fängt schon bei der hirnrissigen Story an, die den Schreiberlingen wohl im tiefsten Suff eingefallen sein muss. Ein Invasion von Killertomaten überfällt Menschen und tötet sie! Ein Detektiv und sein vollkommen verblödeter Helfershelfer versuchen die Invasion aufzuhalten und den Schuldigen, der hinter den wild gewordenen Tomaten steckt, zu enttarnen. In dieser Story steckt wirklich absolut nichts "normales" drin und ist von Anfang bis Ende so etwas von schräg und bekloppt, dass man den ganzen Film über nicht weiß, ob man nun aus vollem Halse loslachen oder den Kopf schütteln soll.

Dazu gibt es Dialoge, die man so wohl noch nie gehört hat (bestärkt durch die dt. Synchro). Da sprechen Asiaten im tiefsten Dialekt, da hört man Sätze wie "Ich konnte diese flüchtende Tomate aufhalten" oder "Die Tomaten planen die letzte große Schlacht! Wir sind im Krieg". Wo man sich bei einem ernst gemeinten Film schon nach 5 Minuten die Ohren zu halten würde, kann man hier aber gar nicht genug davon kriegen. Ein Brüller jagt den Nächsten. Ein Satz ist bekloppter als der Andere.

Dazu gibt es dann noch eine nicht enden wollende Flut von bekloppten Ideen, dass es dem Fass fast den Boden ausschlägt. Tomaten mit Ohrenschützern, Tomaten die durch schlechte Musik bekämpft werden, Tomaten die, in elendigster Stop-Motion-Technik, ihre Opfer im Kaufhaus finden u.v.m. Wer hier auch nur eine brauchbare Idee für einen ernsten Film finden würde, gehört sofort eingesperrt und bis zu seinem Lebensende nicht wieder freigelassen. Für Trashfans ist es daher absolut fabelhaft!

Dazu kommt dann noch die biligst wirkende Inszenierung, bei der man ebenfalls Tränen lacht, vor soviel Stumpfsinn. Neben allerlei "realen Tomaten" (was sag ich da?) gibt es hier auch riesig mutierte Tomaten aus Pappmaschee, die mit blödsinnigsten Geräuschen ihre Opfer angreifen. Eingefangen in einer gekonnt schlechten Kameraführung, dillethantischstem Schnitt, grauenhafter Musik (incl. Gesang) und noch so allerlei anderen filmischen Missgriffen, bei denen man selbst als Zahnarzt schrecklichstes Karies kriegen dürfte. Und dazu dann noch ein Rudel gar grausiger Darsteller, die wohl alle zusammen nicht über einen IQ von 50 herauskommen dürften. Kurzum, nach rein objektiven Gesichtspunkten ist dass Ding hier nicht einmal 0 Punkte wert!

Aber wie es sich für ein Trash-Movie gehört, hören wir hier natürlich auf unser Bauchgefühl. Wir wissen von Anfang an, dass es sich hierbei um einen der schlechtesten Filmen aller Zeiten handelt und wenn wir ehrlich sind, bestreitet das der Streifen und seine Macher auch wirklich zu keinem Zeitpunkt. Und somit kommen wir Trash-Freaks einfach nicht von den Killertomaten los, so sehr wir es auch versuchen würden. Selbst beim 100 Mal ist hier noch Fun pur garantiert.

Fazit: Trash-Kult der absolut unterhaltsamsten Sorte. In jeder Hinsicht ist hier alles so etwas von derartig schlecht ausgefallen, dass man sich als Trash-Freak nur so kugeln kann. Vollgepackt mit dem Schrägsten vom Schrägen und zu keiner Sekunde den Trash leugnend, spielt sich dieser Film wirklich Tief in die Herzen eines jeden Genre-Freaks. Wer mal wieder so richtig ablachen will und ein weiteres Kapitel der Lehre "Wie man aus Scheisse Gold machen kann" abhaken will, der ist hier absolut richtig! Bier(fass) auf, Gehirn in die unterste Schublade gesteckt und durch. Wer sich bei diesem Film nicht totlacht, ist selber schuld!

(Trash-Fun)-Wertung: 6/10 Punkte

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