Review

Bereits im Vorspann lässt man uns mit Hilfe des berühmt berüchtigten Winks mit dem Zaunpfahl wissen: „Angriff der Killertomaten“ will ernst genommen werden. Denn schließlich kann es jeden Augenblick dazu kommen, dass der Übergriff des wässrigen Gemüses, der uns bei der Betrachtung des Films noch so unreal und fern erscheint, bittere Wahrheit wird. Und dann, ja dann lachen wir nicht mehr…

So oder so ähnlich könnte es eines Tages wirklich geschehen: Mutierte, menschenfressende Killertomaten sind aus einem Forschungslabor der US-Regierung entkommen und verfolgen nun einen teuflischen Plan: Sie wollen die gesamte Menschheit ausrotten! Nur einer kann das Unheil noch abwenden: der tollpatschige Special Agent Mason Dixon (David Miller). Gemeinsam mit seinem Team der Unfähigen rund um Wilbur Finletter (Steve „Rock“ Peace) soll er dem Treiben ein Ende setzen und die Nation vor der Invasion der Killertomaten retten. Wird es ihm gelingen?

Eine hanebüchene Story, abgedrehte Akteure (, die permanent den Drahtseilakt zwischen Over-Acting und schauspielerischem Stumpfsinn begehen,) sowie die miesesten Special-Effects der vergangenen 40 Jahre sprechen eine eindeutig zweideutige Sprache: Entweder hier waren wirklich Stümper am Werk, oder dieser Film stellt doch irgendwie ein Meisterwerk des schlechten Geschmacks dar. Die Entscheidung, welche Seite der Medaille von den „Killertomaten“ belegt ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich ordne John DeBello’s Film letzterer Kategorie zu, denn „Angriff der Killertomaten“ ist einfach so dermaßen schlecht, dass er schon wieder gut ist.

Wie bereits gesagt, die Story ist einfach vollkommen durchgeknallt, da bedarf es keines weiteren Kommentars. Den Schauspielern merkt man es zeitweise förmlich an, wie sehr sie darin aufgehen, endlich einmal ihr Können unter Beweis zu stellen und so richtig schlecht zu agieren (den meisten gelingt das auch ganz gut, einige jedoch scheitern daran, denn sie wirken teilweise schon zu professionell für diesen Film). Und da wäre dann nicht der hervorragend schlechte Soundtrack zu vergessen, der – wie sollte es auch anders sein – größtenteils aus der Feder der beiden „Köpfe“ von „Angriff der Killertomaten“ stammt: Regisseur John DeBello und Autor Costa Dillon. Abgerundet wird die ganze Chose dann noch durch ein überraschend kitschiges Ende (denn schließlich will man ja auch die Frauen freundlich stimmen).

Es mag vielleicht etwas übertrieben klingen, aber ich denke, ohne „Angriff der Killertomaten“ wären Filme wie „Hot Shots“ oder „Die nackte Kanone“ nie in der Form auf die Leinwand gekommen, wie wir sie heute kennen. Denn schließlich finden wir in den zuvor genannten Filmen auch ab und an ein paar Szenen aus „Angriff der Killertomaten“ (in abgewandelter Form) wieder, was wiederum beweist, welchen Respekt die Macher „moderner“ Parodien vor diesem Trash-Hit der 70er Jahre haben.

Der „Angriff der Killertomaten“ ist ein herrlich trashiger Party-Film, der unter Umständen doch noch den einen oder anderen Vegetarier auf den Weg des „Fleischfressertums“ zurückbringt. Ich jedenfalls bestelle meinen Döner seit meinem ersten „Angriff der Killertomaten“ nicht mehr „mit alles“, sonder nur noch „ohne Tomate“…7 von 10 Punkten! Ach ja… und bei genauerer Betrachtung kommt man dann doch zu dem Schluss: Der Film will anscheinend doch nicht so ernst genommen werden ;-)

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