Mit "Silent Trigger" ist Regisseur Russell Mulcahy (Highlander) ein kurzweiliger und recht harter B-Movie gelungen, in dem Dolph Lundgren (Masters of the Universe) auch etwas von seinen schauspielerischen Fähigkeiten zeigen darf.
Der ehemalige Special-Forces-Soldat Waxman (Dolph Lundgren) wird als Scharfschütze für Attentate von einem geheimen Auftraggeber (Conrad Dunn), der nur "Supervisor" genannt wird, angeworben. Da er mit einer Hochgeschwindigkeitswaffe für extrem hohe Distanzen arbeitet, benötigt er zum Anvisieren seiner Ziele einen Spotter: Clegg (Gina Bellman). Nach vielen erfolgreichen Missionen kommen Waxman Zweifel, als er eine Politikerin töten soll. Er zögert und lässt sie am Leben. Clegg bekommt per Funk die Anweisung, ihn sofort zu töten. Doch sie geraten unter Beschuss, und es bleibt nur Zeit zur Flucht. Ein neuer Auftrag wartet auf Waxman. Im Morgengrauen soll er aus dem sich im Bau befindlichen Algonquin-Tower ein Ziel eliminieren. Wieder ist Clegg sein Spotter. Waxman misstraut ihr. Steht der Auftrag noch, ihn zu liquidieren? Doch schon längst sind sie unter Beobachtung. Als das Feuer auf sie eröffnet wird, gibt auch der "Supervisor" sich zu erkennen...
Dolph Lundgren macht als zweifelnder Sniper hier einen soliden Job und darf sogar etwas schauspielern. Und das macht er nicht schlecht, wenngleich natürlich nicht oscarreif. "Coupling"-Darstellerin Gina Bellman (Paranoid) agiert ebenfalls über dem B-Movie-Standart und ergänzt sich prima mit Lundgren. Hingegen hat Conrad Dunn (Direct Action) als Wächter und späterer Finalgegner nicht allzu viel zu tun und ist darum nur passabler Durschnitt in diesem Streifen.
Trotz der harten Action dominiert in "Silent Trigger" eher die Spannung und die Handlung. Action bekommt man lediglich in den Rückblenden und im Finale geboten... dann aber auch richtig! Vor allem im Showdown und in der Anfangssequenz darf Lundgren mit seiner Highspeed-Wumme so richtig vom Leder ziehen. Taktisches Vorgehen? Nee! Immer druff! Und das führt dann zu ziemlich blutigen Shoot-Outs, die mich als Actionfreund natürlich freuen. Aber auch ansonsten wird einem Gegner per MP mal der Kopf inklusive Helm blutig durchlöchert und Lundgren darf einem aufmüpfigen Wächter mal ordentlich die Visage polieren. Einziger Minuspunkt bezüglich der Action sind ein paar recht billige Effekte, die sich vor allem bei Explosionen und der Zerstörung eines gegnerischen Helikopters zu Beginn bemerkbar machen. Genau wie auf der physischen Ebene funktioniert "Silent Trigger" auch gut auf der psychologischen Ebene, was für B-Movie-Verhältnisse eher selten ist. So bleibt der Streifen bis zum Finale durchweg spannend, da man im Unklaren bleibt, ob Clegg noch die Tötung Waxmans beabsichtigt oder nicht. Da sich die Story freilich nicht allein auf diese Begebenheit ausdehnen lässt, müssen eine Sex-Szene sowie der Zoff mit dem durchgeknallten Wächter als Füllmaterial herhalten. Der Rest wird dann in Rückblenden erzählt, wodurch die Spannung zwischen Waxman und Clegg noch vertieft wird. Denn im Gegensatz zu manch anderen Filmen der B-Klasse dienen die Rückblenden hier nicht als reines Füllmaterial. Dafür hat man ja hier den beknackten Wächter und die leichte Fick-Sequenz. Musiktechnisch hätte man mehr erwarten können, doch wird hier auch nichts falsch gemacht. Halt ein simpler Durschnitts-Score. Das im Bau befindliche Hochhaus ist zudem eine gut gewählte Location und auch die Kulissen in den Rückblenden sehen nicht billig aus.
Visuell und auch storymäßig ist "Silent Trigger" ein recht gutes Durchschnittsprodukt, was man sich dank der harten Action und den beiden Hauptprotagonisten auch mehr als nur einmal anschauen kann.