kurz angerissen*
Wie ein sich selbst blätterndes Comicheft breitet „Silent Trigger“ seinen Plot vom Format einer Kurzgeschichte aus und gibt dabei nur vor, sich in reinen Action-Gewässern zu bewegen. Von seinem Kernstück, einem im Aufbau befindlichen Hochhaus mit unkonventioneller T-Architektur, weicht er durch regelmäßige Rückblenden ab, was aber letztlich nur die Zentralisierung des Hauptschauplatzes unterstreicht. Den Mechanismen einer Comic-Erzählung folgt Russell Mulcahy mit abrupten Schauplatzwechseln auf dem Fuße, umgesetzt werden sie sozusagen von einem Panel zum nächsten. Was in einem Medium jedoch funktioniert, mag im anderen zumindest merkwürdig erscheinen: Wie sich Waxman (Dolph Lundgren) und Clegg (Gina Bellman) gegenseitig umkreisen und mit dem anwesenden Sicherheitspersonal (Christopher Heyerdahl, Conrad Dunn) agieren, hat schon seine befremdlichen bis langatmigen Momente – ebenso wie der zum Teil aus kitschiger Ethno-Musik bestehende Soundtrack.
Ganz reizlos verstreicht das Verweilen in der ungewöhnlichen Anlage jedoch nicht. Die visuelle Abteilung sorgt in Harmonie mit dem futuristischen Setdesign für einige atmosphärische Höhepunkte in stählernem Grünblau, dynamisch in Szene gesetzt durch flackerndes Stroboskoplicht und wehende Plastikplanen. Für ein gewisses Maß an Suspense sorgt neben dem herrlich eklig aufspielenden Heyerdahl und dem verdächtig unbeteiligten Dunn nicht zuletzt die Unmittelbarkeit der Situation, auf die ein Lundgren im Muscle-Ninja-Modus stets spontan reagieren muss und dabei statische Präsenz im Wechsel mit Beweglichkeit unter Beweis stellt.
Definitv kein gewöhnlicher Actionfilm, eignet sich „Silent Trigger“ als Kultobjekt für gewisse Liebhaberkreise, kann aber mit falschen Erwartungen ganz schnell auf dünnes Eis führen.
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