Hier haben wir nun wieder einmal einen Film der Serienkiller-Thriller-Kategorie, von denen es ja bekanntlich so viele gibt, wie Sand am Meer. Wieder gibt es einen irren Killer der sich durch die Gegend schlitzt und wieder gibt es eine Heldin, die ihn aufhalten will. Dieses mal vermischt sich das Genre allerdings kräftig mit den Richtungen Fantasie und Mysterie und kann somit mal aus dem typischen Allerlei hervorstechen, wenn auch nicht so übermäßig, wie man vielleicht hoffen könnte.
Die Story zu "I, Madman" ist dabei sogar recht überzeugend ausgefallen, wenn auch logischerweise fernab jedwelliger Realitäten (ist ja schließlich ein Fantasie-Horror-Streifen).
Eine junge Bibliothekarin erweckt, beim Lesen des Romans "I, Madman", ausversehen, eine gar grausige Romanfigur zum Leben. Madman tötet seine Opfer, um ihnen danach verschiedene Körperteile abzuschneiden und diese dann an sich selber anzubringen. Als letztes soll die Bibliothekarin dran glauben, von der Madman das Herz haben will. Kann sie ihn dennoch stoppen?
Wie man merkt ist die Geschichte mal etwas anderes als das übliche 08/15-Gebräu. Teils recht clever konstruiert, wenn auch meist nicht sonderlich überraschend, kann man hier mit dem Gegebenen durchaus zufrieden sein, auch wenn die üblichen Logiklöcher natürlich auch hier nicht ganz außen vor bleiben.
Des weiteren geizt der Film auch nicht mit Spannung und Atmosphäre. Vor allem in der letzten halben Stunde, stehen einem wahre Schweißperlen auf der Stirn. Durch einen knackigen Score, teils sehr heftigen Morden und einigen gekonnten Spielereien mit den üblichen Stil-Mitteln wie Dunkelheit etc., fiebert man in den letzten Minuten förmlich mit der "Heldin" des Films mit. Schade nur, dass dieses Gefühl nicht von Anfang an so ist.
Denn seine Punkte für die höchsten Bewertungsstufen, versaut sich der Film schon in seinen Anfangsminuten. Die Einführung in die Geschichte ist leider alles andere als clever ausgefallen und man ist sogar gewählt, sich erst einmal durch (ca. 30) langweilige und elend lang wirkende Filmminuten hindurchzuquälen. Es mag erst einmal einfach keine sonderliche Stimmung aufkommen und ich persönlich war sogar fast schon gewählt einzuschlafen, so ermüdend wirken diese ersten Minuten. Wie es der Streifen dann doch noch zu den, oben genannten, Höchstformen auflaufen konnte, ist mir da fast ein Rätsel. Wer also bis dahin eingepennt sein sollte, der sollte sich "I, Madman" unbedingt noch einmal reinziehen. Es wird nach der ersten halben Stunde garantiert besser, versprochen!
Zu den Darstellern sei noch gesagt, dass sie ihre Sache allesamt auf typischen Horror-Niveau bestreiten. Sprich, für große Hollywood-Streifen würde es nicht reichen, aber besser als so manch ein Genre-Kollege sind sie allemal!
Fazit: Erst ziemlich dröges, später dann aber doch megaspannendes und höchst atmosphärisches Grusel-Stück, dass mit seiner cleveren Geschichte und der dann bis zum Ende anhaltenden Spannung, für Stimmung sorgen kann. Die ersten Filmminuten sind eine Qual, doch wer dran bleibt, der wird es danach sicher nicht bereuen!
Wertung: 7/10 Punkte