Review
von Leimbacher-Mario
Lesestund' hat Horror im Mund
In der 80er-Slasherperle „I, Madman“ vom „The Gate“-Macher Tibor Takacs (genau zwischen seine berühmtesten Filme geschoben) wird von einer begeisterten und fantasievollen Leserin alter Pulp-Horror-Romane erzählt. Doch bald ereignet sich eine schreckliche Mordserie in ihren Block - haben sich die Seiten und der famose Killer (der Körperteile der Opfer an seinen entstellten Körper heftet!) etwa in der Realität manifestiert? Oder spielt hier jemand ein böses Spiel mit der naiven Leseratte?
„Hard Cover“, wie er hierzulande heißt, ist eine Herzensangelegenheit. Ich kann es nicht anders beschreiben. Jenny Wright ist zum Anbeißen süß und kann nur als Idealbesetzung für diese besondere, fragile Rolle beschrieben werden (zu schade, dass sie sich kurze Zeit später endgültig aus Hollywood verabschiedete!), der den Seiten entsprungene Mörder ist ein morbider Genuss, die Atmosphäre liegt irgendwo zwischen Pulp und Giallo, was dem Ganzen einige exklusive Vibes erteilt, die runtergehen wie Öl. „I, Madman“ changiert faszinierend zwischen Realität und Vorstellung, zwischen Fantasie und Furcht, zwischen Seiten und Schatten, sodass man nur applaudieren kann und will. Hier stimmt über die engen 90 Minuten nahezu alles. „Dagegen wirkt Stephen King wie ein Kindergärtner!“
Fazit: vorzüglicher (Meta-)Slasher mit einer süßen Protagonistin, viel Fantasie und einigen bösen wie kreativen Überraschungen. Feines, fieses und obskures Teil. Hommage, Huldigung, Highlight. Pulp, Piano, Präferenzen für B-Movies. Wiuwiuwiu - Geheimtippalarm!!!