Nun da es bisher keine Rezension zu Daimajin gibt, werde ich mich einmal erbarmen und kurz meinen Eindruck schildern:
Ich muss ehrlich sagen, dass obwohl ich ein großer Kaiju Fan bin, mir Daimajin vorher nie ein Begriff war-bis eben nun die DVD von Shock heraus kam und meine Neugier weckte. Ein Kompliment muss man dafür ausrichten, dass dieser Streifen den Fans trotz des geringen Bekanntheitsgrades trotzdem zugänglich gemacht wurde und auch noch ordentlich synchronisiert wurde (eine Synchro gab es vorher nicht-diese wurde extra für die DVD erstellt. Allerdings ist man dafür andere Kompromisse eingegangen und hat das HD Master auf sd herunter gerechnet, was die größte Schwachstelle der Veröffentlichung ist).
Natürlich habe ich mich vor dem Erwerb dieses Streifens erkundigt mit was ich es hier genau zu tun bekomme und es freute mich sogar zu hören, dass man hier eher traditionell japanische Themen (Geister, Samurai etc) mit eben dem Kaiju Genre gekreuzt hat.
Das Ergebnis ist allerdings meines Erachtens nicht all zu gut ausgefallen. Nun woran liegt es?
Die Story ist simpelst gestrickt: Der ansässige Fürst wird von einem Usopator gestürzt und seine Familie verfolgt, das Volk anschließend vom Tyrannen geknechtet und der Kriegsgott verhöhnt, bis letzterer sich an dem Tyrannen rächt.
Die Charaktere sind nicht sonderlich tiefgründig gezeichnet und überhaupt ist der Verlauf sehr vorhersehbar. Dazu kommen die flachen Dialoge und die belanglosen und dümmlichen Handlungen (der Thronerbe tappt in eine offensichtliche Falle usw.).
Das Ganze dümpelt eine komplette Stunde vor sich hin, ehe sich dann ca 12 Minuten der Kriegsgott Daimajin zeigen darf und 2-3 gute Szenen hat, die aber schon im Trailer verwurstet wurden.
Für mich unterm Strich sehr enttäuchend. Die Dramaturgie ist wie Bodo Traber im Audiokommentar sagt in der Tat logisch aufgebaut und zweckmäßig, aber sicherlich nichts Besonderes.
Überhaupt hat man den Eindruck das Meiste irgendwo schon einmal besser gesehen zu haben. Traber weißt selbst auf Parallelen zu den 10 Geboten hin bei der Schikane der Dorfbewohner und auch andere Szenen wie die Szene mit dem Jungen und der "Knochenhand" im Wald kommen bekannt vor.
Daimajin wird zwar verbal oft genannt,, ist aber wenig präsent und auch nur bedingt imposant, wenn er endlich einmal auftritt.
Am besten ist noch die Idee mit dem blutroten Hintergrund und der Hinrichtung des Usopators, wobei hierzu ein Werkzeug verwendet wird, mit dem man Daimajin eigentlich vernichten wollte.
Letztendlich waren die knappen 12 Minuten Daimajin das Anschauen der über 80 Minuten nicht wirklich wert, da wäre rückblickend ein Gamera oder Zatoichi Streifen reizvoller gewesen. Ich vergebe für den Film als Kaiju Fan noch knappe 4,5 Punkte-die DVD erhält wegen der Synchro, dem ordentlichen Bild und dem sehr guten Audiokommentar etwas mehr.
Fazit: Für Fans zum einmal Ansehen geeignet, aber sicherlich kein Must-See Titel, den man in der Sammlung haben muss.