Review

Randalen der Vandalen in banalen Sandalen


Ich bin kein Kenner in Sachen Hercules, Maciste und Co., habe von diesen alten Sandalen-Brutalen bisher nur eine Handvoll gesehen, weiß daher nicht, wie tief oder hoch die Messlatte bei solchen Peplums liegen kann. Doch ich hoffe mal inständig, dass dieser Vertreter hier in den unteren Rängen verordnet werden kann, ansonsten war's das für mich beim Erforschen dieser luftig-italienischen Untergattung... In „Die gewaltigen Sieben“ planen sieben brachiale, fiese Vorzeige-Gladiatoren den Aufstand gegen die edle Königin, sodass der kräftige Maciste, oder Marcellus in der lebscheren deutschen Version, zur Rettung des untergehenden Reiches eilen muss... 

„Die gewaltigen Sieben“ hat seine Stärken. Die sieben Kollosseum-Veteranen haben fast alle ihren Charme und Witz (oft, wie vieles hier im Film, unfreiwillig), Mark Forester lässt ebenfalls seinen Muskelbody in der Sonne glänzen und manch eine Rauferei zerlegt die Inneneinrichtung gut, ein paar Gehirnzellen der Zuschauer gleich mit. Doch ansonsten ging mir dieser antike Klopper gehörig auf die Nüsse. Der Klamauk (u.a. mit einem Schimpansen) ist zum Haareraufen, die Geschichte ist lächerlich, die Fights, auf die es ankommt, packen einen kaum und liefern einfach nicht ab. Brutal oder imposant ist hier leider auch nur der Latissimus des Helden. Die zwischen klamaukig und gelangweilt pendelnde deutsche Synchro gibt der Produktion den Rest. Aber wer will es den Sprechern verübeln, dieser „Maciste“ ist eine Schnarchbacke. Er läge wohl gerne am liebsten irgendwo zwischen Bud Spencer, „Spartacus“ und „The Magnificent Seven“, doch auf jedem seiner Wege geht ihm die Puste schon auf dem Viertel der Strecke aus. Ab und zu zum Fremdschämen und Kopfschütteln und Schmunzeln - doch im Großen und Ganzen kein Spaß für Groß und Klein. Eher eine skurrile Rarität, aber oft nichtmal das. Das Drama zieht nicht, die Comedy ist eher blöd als gut, die Darsteller haben viel mehr Muckis als Talent und die Ausstattung inklusive sich immer wieder wiederholender Gewölbe und Keller, ist ebenfalls bescheiden. Da weiß man schnell, warum das dulle Ding irgendwie irgendwo in den ewigen C-Kino-Jagdgründen verschollen ging... Einen Extrapunkt gibt es noch für die bahnbrechend hübsche Scilla Gabel als Königin Thalima. Der Rest darf gehen. 

Fazit: der mächtige Maciste gegen eine Truppe von rüden Raudis im antiken Rom... puh, ziemlich bescheuerte Spartacus-Blödelei zwischen Slapstick, Kloppertum und Nervensäge. Muskelmann-Masochismus. Anstrengend bis unglaublich. Meist aber öde und daneben. Für meinen Geschmack zumindest. Nicht schade drum, dass den keiner ausgräbt. 

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