In London ereignet sich zur Vorweihnachtszeit eine Serie von Morden, die Opfer sind jeweils als Weihnachtsmann verkleidete Personen. Darunter auch der Vater von Kate Briosky, die Polizei verdächtigt zunächst ihren Freund Gerry als Täter. Doch seine Beschattung erweist sich als falsche Fährte für den Inspector Ian Harris, der die Ermittlungen bei Scotland Yard leitet. Auch der neugierige Reporter scheint zumindest Kate verdächtig, ebenso wie auch Inspector Harris, der anscheinend etwas zu verbergen hat. Über diesem britischen Krimi macht sich bereits schnell die Atmosphäre eines Slashers breit, denn immer wieder sind es die Auftritte der Weihnachtsmänner und deren Tötungen, die die Highlights bilden. Egal ob die besoffen aus der Kneipe torkeln oder in einer Peepshow vom Killer überrascht werden, selbst im Londoner Dungeon gibt es einiges zu lachen, bevor die Geschenkboten ganz unchristlich abtreten. Keine großen Schenkelklopfer, aber für den 80er-B-Moviefan amüsant, ebenso wie die hölzern bis improvisiert wirkenden Ermittlungsmethoden, die ohne Heldenaction auskommen. Regisseur Edmund Burton, der auch die Rolle von Inspector Harris spielt, versteht es, seinem kleinen Filmchen das charmante Extra zu verpassen, dabei ist die Umsetzung genau so einfach, wie der ganze Serienkillerflick. Da wurden während des Drehs bereits wild die Darsteller und sogar der Regisseur gewechselt, heraus kam dementsprechend kein filmisches Meisterwerk. Billig abgedreht erfüllt "Fröhliche Weihnacht" jedoch seinen Zweck, den geneigten Fan einigermassen bei der Stange zu halten, nicht nur durch den anständigen Bodycount. Die Mordwerkzeuge sind vorbildlich variabel und das Ergebnis teils blutig, doch nicht so ausufernd, dass man das nun gleich verbieten müsste. Schließlich nimmt sich dieser kleine Streifen selbst nicht ernst, was den christlichen Zensoren nicht aufgefallen zu sein scheint. Das Thema Weihnachtshorror wurde da oftmals schon schlechter angegangen, gerade die neuzeitlichen Rohrkrepierer wie "Dust - Christmas-Trip Zur Hölle" oder "One Hell Of A Christmas" bieten als Verdauung nach dem Festmahl weniger Unterhaltendes. Während dieser Vertreter einige Zeit wie eine blutige Giallo-Komödie vor sich her dümpelt, zieht das Drehbuch im Finale doch noch etwas an und lässt es ein wenig krachen. Die Auflösung des Motivs ist zwar ähnlich wie in "Christmas Evil" und ähnlichen Streifen, dafür verbirgt das Ende tatsächlich noch eine gelungene Überraschung, wie der Originaltitel schon andeutet. Sicher ist das meilenweit von einem Meisterwerk entfernt, bietet aber unter der schlichten Oberfläche einige wohltuend britische Facetten, die sich von US-Pendants abheben. Drehbuchautor Derek Ford kann seine Vergangenheit als Schmuddelfilmautor scheinbar nicht ganz verbergen, zumindest spielt Horrorikone und Pin Up Caroline Munro sich offenbar selbst.
Fazit: Für Weihnachtshasser und B-Movie-Fans ganz nett anzusehen, ohne das gleich der Knödel vor Schreck quer im Hals stecken bleibt. 5/10 Punkten