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In der Mülltonne eines chinesischen Restaurants wird eine zerstückelte Frauenleiche gefunden. Der mit den Ermittlungen beauftragte Polizist Sam Stone wird kurz darauf Zeuge, wie der Künstler Mikael Gant eine junge Frau aus einer Szene-Bar abschleppt... und wie es der Zufall so will, taucht diese am nächsten Tag ebenfalls tot wieder auf. Damit ist Gant, der vor allem für seine pornographische Video-Kunst berühmt ist, ein patenter Verdächtiger. Um ihm auf die Schliche zu kommen, soll Stones Kollegin und Ex-Frau Hannah als Model posieren und sich an den arroganten Schnösel ranmachen. Zwischen den beiden funkt es natürlich schnell und die Polizistin bändelt auch außerhalb ihrer Dienstzeiten mit Gant an. Davon ist Stone logischerweise wenig begeistert, zumal er bei seinen Nachforschungen in einem Warenhaus auf einige Video-Bänder stößt, welche die brutale Ermordung der Mädchen zeigen. Ist Gant etwa von seinem Sex-Kram auf lukrativere Snuff-Movies umgestiegen und nun bereit, für seine Kunst über Leichen zu gehen...? Die spärlich bekleidete und leicht bedröppelt dreinschauende, aber dafür von der Natur gut ausgestattete Blondine auf dem Video-Cover von "L.A. Ripper" (die im Film selbst allerdings nicht auftaucht) lässt einen was Aufregenderes erwarten, als den ziemlich lahmen und vergessenswerten B-Thriller, der tatsächlich hinter der reißerischen Aufmachung steckt. Anthony L. Greenes Drehbuch mischt zwar das genreübliche Cop-verliebt-sich-in-Verdächtigen-Geplänkel (Geschlechter-Verteilung optional) mit ein paar Softsex-Einlagen und verpasst dem Ganzen sogar einen sachten Snuff-Anstrich, trotzdem gibt sich die Chose kaum sexy und Gewalt-technisch geradezu zahm. Die nach gängigen Mustern gestrickte Geschichte zieht ihre oberflächliche Spannung dann auch lediglich aus den Fragen, ob der smarte Gant wirklich der Mörder ist oder nicht und ob die viel zu naiv gezeichnete Hannah sich durch ihr feuchtes Höschen am Ende nicht doch noch selbst in Teufels Küche bringt. Für den geübten Vielseher kommt die Auflösung keinesfalls überraschend daher, denn dazu wurde die Plotte zu durchsichtig konstruiert. Regisseur Fred Gallo, der für Roger Corman zuvor schon den Science-Fiction-Murks "Dead Space - Galaxis des Grauens" runtergekurbelt hat, bemüht sich zwar um einige ungewöhnliche Einstellungen und Bild-Kompositionen, die man ansonsten in solchen Billig-Streifen nicht so oft zu Gesicht bekommt (und die letztendlich auch irgendwie der Thematik angemessen erscheinen), aber irgendwie wird man beim Ansehen das Gefühl nicht los, dass ihm beim Drehen die Zeit davongelaufen ist. Viele Szenen werden da nach der One-Shot-Methode in einem einzigen Take mittels wackeliger Hand-Kamera über die Bühne gebracht, weswegen man den Eindruck gewinnt, dass Gallo doch so einiges flott übers Knie brechen musste, um auf der anderen Seite Gants prätentiöse Video-Installationen zur eigenen Zufriedenheit ins rechte Licht rücken zu können. Auf die kam es ihm sichtlich mehr an, als auf die lasch gehandhabte Thriller-Handlung nach Schema F. Dass "L.A. Ripper" aber sowohl formal als auch inhaltlich fade geraten ist, konnte er dadurch jedoch auch nicht verhindern. Kurzum, nix Neues aus Roger Cormans B-Movie-Rumpelkiste.

4/10

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